Kritik

Veröffentlicht am 18.04.2017 | von Tobias

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TABOO – Staffel 1 – Kritik

Ich habe geschworen, sehr dumme Dinge  zu tun.

(James Delaney – Taboo)

London 1814: James Kenia Delaney (Tom Hardy) ist eigentlich schon längst für tot erklärt worden. Nach zehn Jahren in Afrika hatte niemand mehr die Hoffnung, dass er jemals wieder in die Heimat zurückkehrt. Doch bei der Beerdigung seines Vaters steht er plötzlich da. Er will dessen  Erbe antreten und sich somit eine neue Existenz aufbauen. Doch das Erbe ist kein gewöhnliches. Es geht um ein kostbares Stück Land. An jeder Ecke warten Feinde auf James Delaney die verhindern wollen, dass das Stück Land in sein Besitz kommt. Verschwörungen, Mord und Betrug gehören von nun an zu seinem täglichen Geschäft und er ist immer mehr gezwungen, seinen eigenen Kopf zu retten.

Zu Beginn des Jahres freute sich jeder Serienfan auf Taboo. Kein Wunder bei einer solchen explosiven Mischung. Zum einen war da natürlich Tom Hardy. Der Schauspieler spielte nicht nur die Hauptrolle, sondern produzierte auch noch die Serie und war zusammen mit seinem Vater verantwortlich für die Idee. Wenn dann auch noch Steven Knight das Drehbuch schreibt ist eigentlich alles gesagt. Bei Taboo wurde dann aber auch noch Ridley Scott als Produzent verpflichtet. Ganz schön viel Qualität auf einem Haufen und verständlich, dass ein solcher Hype im Vorfeld entstanden ist.

Aber was kann die Serie nun wirklich? Das London des Jahres 1814 ist ein wahres Spektakel. Unglaubliche Atmosphäre und sehr viel Liebe zum Detail lassen eine Welt entstehen, aus der man sich kaum befreien kann. Tom Hardy bleibt meistens wortkarg, entwickelt aber eine solche präsente Körperlichkeit, dass es dem Zuschauer mehrmals kalt den Rücken runter läuft. Wahrscheinlich seine beste Performance bisher.

Die Geschichte entwickelt sich sehr langsam, was manchen Zuschauern wahrscheinlich eher stören wird. Die Details und Ausführlichkeit der Geschichten sind aber immer spannend. Vielleicht sollte man die erste Staffel eher als Prologe zu etwas viel Größerem sehen. Gegen Ende dieser Staffel sind bei weitem nicht alle Fragen geklärt, aber der Zuschauer hat ein sehr klares Bild mit wem er es hier zu tun hat und wie die Charaktere ticken.

Taboo ist sowohl visuell als auch erzählerisch auf ganz hohem Niveau. Eigentlich stimmt hier alles. Schon lange hat eine Serie nicht eine so große Spannung aufgebaut wie hier und war erzählerisch auf kompletter Distanz überzeugend. Vor kurzem wurde bekannt gegeben, dass es auf jeden Fall eine 2. Staffel geben wird und wir sind gespannt wohin die Reise von James Delaney gehen wird. Der Anfang ist Pflicht.

Schöpfer: Chips Hardy, Tom Hardy, Steven Knight
Darsteller: Tom Hardy, Franka Potente, Jonathan Pryce, Stephen Graham
DVD-VÖ: 13.April 2017, Concorde Video

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