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Veröffentlicht am 17.07.2017 | von Robert Heitmann

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HAIM – Something To Tell You


Foto-© Laura Coulson

Did you think this would be easy?
Thought this would be easy
Not now, not now
I know you heard me through an open window
Whispers carried to your ear
Whispers sounded so clear

(Haim – Right Now)

Vier Jahre nach der Veröffentlichung ihres umjubelten Debüts Days Are Gone haben sich die drei Schwestern Alana, Danielle und Este Haim für die Ankündigung ihres lang ersehnten zweiten Albums ein besonderes Konzept einfallen lassen: Das Stück Right Now wird als live eingespielte Studioversion und somit als alternative Singleveröffentlichung der neuen LP Something To Tell You voraus geschickt. Filmregisseur und Drehbuchautor Paul Thomas Anderson (u.a. Magnolia, Boogie Nights) hatte ebenfalls mit seiner Kamera in den Aufnahmeräumen Platz genommen und die Session als beeindruckendes Video festgehalten. Schwermütig thematisiert der Song eine gescheiterte Liebesbeziehung: Auf Textpassagen wie “Gave you my love / You gave me nothing” folgen laut aufschreiende Gitarren, begleitet von einem reduzierten und bestimmten Schlagzeug. Mit dem gemeinsamen Gesang der Schwestern und einer klaren Klavierstimme öffnet sich das Stück letztendlich und hinterlässt einen Wow-Moment.

Erneut haben Haim für ihr zwölf Stücke umfassendes Album mit Ariel Rechtshaid (Vampire Weekend, Sky Fereirra, Charlie XCX) als Produzent gearbeitet. Das Resultat ist eine schimmernde und gleichzeitig organische Produktion, die durch schlaue Arrangements und einem typischen 70s- und 80s-Soft Rock-Sound charakterisiert wird. So auch in der auf Right Now folgenden Single Want You Back. Danielle Haims Gesang klingt hier sehr natürlich und wird zunächst nur von Akustikgitarre und Klavier begleitet, die in ihrer Gesamtheit jedoch bereits eine eindrucksvolle Tiefe erzeugen, ehe die Schwestern mit dem Hintergrundgesang einsetzen: “Said it from the beginning / Said you’d always see it through”. Auch in diesem Stück wird ein zwischenmenschlicher Konflikt thematisiert und es wird deutlich, dass diese Art von Erlebnissen den kreativen Nährboden für die Inhalte des Albums ausmachen sollen.

Mit You Never Know findet sich ein Song auf dem Album, der das sanfte Songwriting der Band durch eine besonders milde Klanglandschaft intensiviert – verantwortlich hierfür ist ganz klar Dev Hynes (aka Blood Orange), der mit Haim für dieses Stück kollaborierte. Aufgeweckt und wunderschön klar ist hier das Gitarrenspiel, gefolgt von einem weichen Synthie-Arppegio – man fühlt sich kurz in eine 80s-Radiopop-Nummer versetzt und lauscht nahezu verträumt Danielles Stimme: “Was my love too much for you to take? / I guess you never knew what was good for you”.

Haim haben sich vier Jahre Zeit gelassen, um ihrem Sound und charakteristischem Songwriting treu zu bleiben – jedoch nicht ohne ihr neues Album noch geschmeidiger und funkelnder in Klang und Fülle zu präsentieren. Mit Something To Tell You liefern die drei Schwestern einen strahlenden Herzschmerz-Soundtrack.

Haim – Something To Tell You
VÖ: 7. Juli 2017, Vertigo Berlin
www.haimtheband.com
www.facebook.com/haimtheband

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