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Veröffentlicht am 10.07.2017 | von Merle

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J. BERNARDT – Running Days

It don’t matter what you say or do
What you feel, it comes right after you
You’ve been losing everything
Been losing every loose end
It don’t matter who saved you a seat
Down these wicked streets

(J. Bernardt – Wicked Streets)

Balthazar Sänger und Gitarrist Jinte B. Deprez ist in die Fußstapfen seines Bandkollegen getreten und hat unter dem Pseudonym J. Bernardt sein erstes Soloalbum veröffentlicht. Musikalisch erinnert das an große Namen wie James Blake und Chet Faker: Souliger R’n’B, umhüllt von der gewohnt lässigen Balthazar Attitüde.

Musik, die er selbst auf einer House Party laufen lassen würde, sollte es werden und tatsächlich wird wohl kaum jemand den Kopf bei diesem Album still halten können. Dafür sind diese schwerfälligen Beats wie die des Openers On Fire oder von The Other Man zu eingängig, die Songstrukturen gerade so simpel, dass man den Kopf ausschalten kann und die Bläser so gekonnt eingesetzt, dass man tatsächlich Lust bekommt, sich, den Abend oder die Musik zu feiern.

Um das zu tun, sollte man jedoch die Texte erst einmal außer Acht lassen. Die sind nämlich zumeist düster, erzählen von komplizierten Liebschaften, Selbstzweifeln oder der eigenen Fehlbarkeit. Ein guter Ausgleich wie Deprez selbst findet: „I enjoy that balance, because while I don’t want to be too dramatic about stuff, I don’t want to be too happy either – in my mind I guess I’d like to be the preaching crooner

Auch wenn der Belgier für jeden der zehn Songs zu den selben Elementen gegriffen hat, gibt es immer wieder Momente der Überraschung. The Question ist zum Beispiel so ein Fall. Hat man gerade noch den Kopf zu den Synthesizer Beats von The Other Man bewegt, tauchen plötzlich orientalische Melodien auf, in Motel überlässt er die Hauptrolle Piano und Bläsern und in High Low (interlude) beschränkt er sich ganz auf den Backgroundgesang – von wem bleibt unbekannt.

Balthazar ist eine großartige Band, aber wenn eine Pause solche Soloalben hervorbringt, scheint sie eine gute Idee zu sein. Hoffen wir trotzdem, dass es eine Pause bleibt. Schließlich ist jede Party mal zu Ende und dann wartet der leere Plattenspieler darauf, den vertrauten „old-school ‘60s sound“ abzuspielen.

J. Bernardt – Running Days
VÖ: 16. Juni 2017, PIAS
www.jbernardt.com
www.facebook.com/JBernardtmusic

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