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Veröffentlicht am 4.08.2017 | von Sophia Sailer

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JONAH – Wicked Fever


Foto-© Philipp Gladsome

Wake up now and start to dream
Hot nights wash away my fear
Forever now

And I want you by my side
Come on my dear we leave tonight
Oh tonight

(Jonah – All We Are)

Gypsy & The Cat, Capital Cities, Alice Merton, RÜFÜS, Olsson und Jonah – auf den ersten Blick eine nicht gerade homogene Sammlung an Künstlerinnen und Künstlern. Und dennoch vereint sie eine Sache: Sie alle steuerten einmal einen Song zur Werbung von Vodafone bei. Das ist vielleicht nicht gerade die ruhmreichste, aber immerhin überhaupt eine Möglichkeit, die KünstlerInnen die Türe zum Erfolg öffnet. Zumindest für circa dreieinhalb Minuten. Denn wo die Startposition als Vodafone-Werbegesicht maßgeblich für den Erfolg einer Band ist, kann sie gleichermaßen zum selbstgeschaufelte Grab werden, in das sich schon der ein oder andere hinein manövriert hat. Aber Jonah stürzen bisher nicht in die unendlichen Tiefen der One Hit Wonder. Sie veröffentlichten jetzt mit etwas Abstand ihr Debüt Wicked Fever.

Damit knüpfen sie stilistisch nahtlos an ihren Hit All We Are aus 2014 an. Will heißen: Indiepop mit sowohl elektronischem also auch akustischem Klimbim und einem Hauch zu euphorischen Superlativen. Alles ist deep, right now oder ganz bestimmt forever. Das geht zwar trotz melancholischen Beigeschmack nicht unter die Haut, unterhält aber trotzdem irgendwie. Dies wäre vermutlich der vernichtende Stoß von der Klippe, würden sie damit nicht genau die Erwartungen der All We Are-Hörer erfüllen. Aber mal zurück auf Anfang.

Nach dem Erfolg von All We Are haben sie sich nämlich erst mal gemütlich zurückgelehnt. In Fuerteventura. Zwei Jahre lang. Das stimmt so natürlich nur bedingt, denn eigentlich haben Angelo Mammone und Christian Steenken die meiste Zeit in Berlin an ihrem Debüt gesessen und sind nur für den letzten Schliff zur kanarischen Insel ausgeflogen, wo sie weiter an Wicked Fever gearbeitet haben. Aber anders klingt es schöner.

Schon nach dem ersten Durchlauf ist klar: Sie wurden nicht grundlos von besagtem Netzanbieter auserwählt. Deep Deep Blue und Love Lost treten in die Fußstapfen der Erfolgsingle und mit So High und About Last Night beheimatet die Platte auch zwei hübsche Balladen. Das Album ist ein Sammelsurium von Songs, die das Radioprogramm in den meisten Fällen aufwerten würden. Ihre Lieder könnten Hits sein, sie könnten im Radio rauf und runter gespielt werden, könnten allesamt Ohrwürmer sein. Nur kommt ihnen da leider der Konjunktiv in die Quere. Denn der erwähnte letzte Schliff war vielleicht einer zu viel. Jeglicher Anflug von Ecken, Kanten oder Charakter wurde nämlich glattgebügelt. Aber zumindest sind sie so zumindest massentauglich. Und damit wahrscheinlich leider doch eins: Schnell wieder vergessen…

JONAH – Wicked Fever
VÖ: 28. Juli 2017, Embassy of Music
www.listentojonah.com
www.facebook.com/JonahOfficial

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