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Veröffentlicht am 13.09.2017 | von Eva-Marie

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DAUGHTER – Music From Before The Storm

Always said I was a good kid
Always said I had a way with words
Never knew I could be speechless
Don’t know how I’ll ever break this curse

Now the world is only white noise
Frequencies that I can’t understand
I can’t be bothered with the teachers
Always trying to shape the way I act

Burn it down, burn it down, burn it down, burn it down

(Daughter – Burn It Down)

Max läuft benommen von der schrecklichen Vision, die ihr noch in den Knochen steckt, durch die Flure der Schule. Max ist die Protagonistin des Computerspiels Life Is Strange und kann die Zeit zurückdrehen. Seit 1. September gibt es das Prequel zu dem erfolgreichen Spiel und niemand geringeres als Daughter haben den Soundtrack dazu geliefert.

Wer das Spiel kennt, weiß wie scharfsinnig die Entscheidung war, Daughter um Mitwirkung zu bitten. Ihr ganz eigener versunkener melancholischer Sound hätte auch schon zum ersten Teil hervorragend gepasst. Mit der Single Burn It Down haben sie gezeigt, dass es mehr als ein schnödes Seitenprojekt ist. Es wirkt sogar noch ein bisschen schwerfälliger als die letzte Veröffentlichung und natürlich sind viele der Songs lediglich auf eine instrumentale Version beschränkt – wie das eben bei Soundtracks so ist. So haben Daughter zwar beim Schreiben die Perspektive gewechselt, aber weit aus ihrer musikalischen Komfortzone haben sie sich nicht herausgewagt.

In seiner Dramaturgie besteht die Platte aus vergleichsweise kurzen Zwischenspielen, die sich durch brummende Flächen und markante Drums auszeichnen, so wie das bei The Right Way Around und Voices der Fall ist. Als Daughter-Fan vermisst man hier fast schmerzlich die Vocals von Elena Tonra, aber gut, darum soll es hier ja nicht gehen. Die Geschichte erzählt schließlich jemand anders. Für sich allein stehend wirkt das aber manchmal fast unfertig. Stärker heraus sticht dann ein Song wie Departure, der durch das ansteigende Schlagzeug und den Off-Gesang einen tiefen Eindruck hinterlässt.

Music From Before The Storm ist sowas wie das Methadon von Daughter-Fans. Der Sound ist ganz deutlich als der des Trios zu identifizieren, es ist aber dennoch kein richtiges drittes Album. Diese Platte erzählt eben die Geschichte von Max und nicht die von Elena, Igor und Remi. Dieser Perspektivwechsel hat es ihnen ermöglicht, sich mehr Zeit zu lassen; Stimmungen zu entwickeln und stehen zu lassen. Die neue Langsamkeit steht ihnen gut und unterstreicht ihre Intensität als Musiker*innen und auch die Story des Spiels.

DAUGHTER – Music From Before The Storm
VÖ: 01. September 2017, 4AD
www.ohdaughter.com
www.facebook.com/ohdaughter

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