THE PAINS OF BEING PURE AT HEART – The Echo of Pleasure

You tell me how
It was so different
You got a vision
I can’t see beyond the afternoon

But when I dance with you
I feel ok, I feel ok
Because I know just what to do

(The Pains of Being Pure at Heart – When I Dance With You)

Es ist ein wildes Auf und Ab: Das Leben, die Liebe, die Alben von The Pains of Being Pure at Heart. Wo sie mit ihrem gleichnamigen Debüt 2009 und dem darauffolgenden Belong (2011) derart begeistern können, dass sie alle direkt in einem Atemzug mit den Indiepop-Größen schlechthin nennen wollten, wusste insbesondere der letzte Nachfolger Days of Abandon schon nicht mehr so richtig zu begeistern. Zu soft, zu öde, zu austauschbar. Dennoch begibt sich das Projekt um den Sänger Kip Berman erneut in den Ring und veröffentlicht mit The Echo of Pleasure ihren vierten Langspieler, der noch immer große Einflüsse von Bands wie The Smiths verzeichnet.

Eigentlich verlangt Bermans samtige Stimme geradezu nach einem rauen Gegenpol, den er bisher immer mit zwar rar gesäten, aber vorhandenen Post-Punk-Elementen bot. Doch gerade darauf wird auf The Echo of Pleasure meistens verzichtet. Stattdessen gibt es mal blinkende und klimpernde elektronische Effekte und ein flottes Tempo wie in When I Dance With You, aber gerade der Opener Me Only plätschert vielleicht zu seicht vor sich hin. Der zweite Track Anymore verliert sich in geradezu austauschbaren Melodien, die man so oder so ähnlich schon etliche Male gehört hat. Und schon das zweite Mal war ein mal zu viel. Dazu trällert der Sänger Lyrics wie ein sich leider ins Hirn schraubende „I wanted to die with you“, bei dem sich die Nackenhaare aufstellen. Selbes Spiel bei Falling Apart So Slow. Unterhaltsamer kommt dafür der titelgebende Track daher, wenn auch nicht wirklich innovativer. Aber: mangelnde Experimentierfreudigkeit kann man ihnen hinsichtlich des Songs So true nicht gerade vorwerfen. Mit Frauenstimme und Stakkato-Rhythmus sträubt es sich geradezu dagegen in das restliche Album zu passen.

Prädikat: Ganz nett. In dem Fall ist nett jedoch nicht der kleine Bruder von Scheiße, sondern die große Schwester von „ganz unterhaltsam, aber nichts besonderes“. Ein Album, das man streckenweise zwar gern gehört hat, aber genauso schnell vergessen wird, wie der letzte Ton verklingt. Es ist nie wirklich schlecht, aber eben leider auch nie das Gegenteil.

The Pains of Being Pure at Heart – The Echo of Pleasure
VÖ: 1. September 2017, Painbow
www.thepainsofbeingpureatheart.com
www.facebook.com/ThePainsofBeingPureatHeart

Sophia Sailer

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