Reviews

Veröffentlicht am 13.10.2017 | von Sophia Sailer

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WOLF ALICE – Visions Of A Life

I wanna fuck all the people I meet
Fuck all my friends and all the people in the street

(Wolf Alice – Yuk Foo)

Zwischen jugendlich trotzig hingerotztem „Fuck you“ und weißem Tüllrock: Auf dieser Bandbreite möchte sich Wolf Alice auf ihrem jüngsten Album Visions Of A Life inszenieren. Überraschung: Sie tun es auch. Wolf Alice sträuben sich seit ihrem letzten Album gegen die Grunge-Schublade, in die man sie nach ihrem Debüt so säuberlich einsortiert hatte. Aber die britische Band um die Frontfrau Ellie Rowsell denkt gar nicht dran.

Deshalb war die erste Vorabsingle kein geringerer Song als Yuk Foo, der dank wütender Stimme Rowsells und geschrieener Lyrics in die Kerbe des Riot Girl-Sounds schlägt und sich so weder in die bisherige Discografie, noch in den Rest des Albums fügen will. Dennoch wäre Yuk Foo an keiner anderen Stelle besser aufgehoben gewesen, als in einer derart prominenten Platzierung. Dagegen können andere Lieder der Platte leider nur selten ankommen. Deutlich gemächlicher geht es im dahin plätschernden Don’t Delete the Kisses zu, in dem Rowell die Strophen mehr spricht als singt. Mangelnde Experimentierfreudigkeit zählt auf jeden Fall nicht zu den Schwächen der Sängerin, welche diverse Facetten ihrer Stimme ausprobiert.

Man neigt zur Wiederholung: So verhält es sich auch mit der Musik auf Visions Of A Life. Das funktioniert mal besser, mal weniger gut. Zum ersten Fall gehört der Song Sky Musings, welcher sich an einem flächigen Sound versucht, aber so richtig warm wird man damit nicht. Auch wenn dieses Schema in Planet Hunter aufgeht, bleiben die energetischen Songs die Stärke von Wolf Alice. Dann, wenn Rowell ungestüm und ungezügelt ist, dann, wenn die Gitarre quietscht und alles in einem sorgfältig geplanten Chaos endet.

Dennoch funktioniert Visions in seiner Gesamtheit. Vermutlich braucht es genau dieses Auf und Ab, die Ruhe und den Wirbel, damit eben dieser zur Geltung bekommt. Space & Time ist ein Song, der eben dieses Verhältnis ziemlich gut auf den Punkt bringt. Also verzeiht man Wolf Alice schwächere Momente, die die stärkeren umso genießbarer machen und vielleicht sogar nötig sind, um Anlauf zu nehmen.

Wolf Alice – Visions Of A Life
VÖ: 29. September 2017, Dirty Hit
www.wolfalice.co.uk
www.facebook.com/wolfalicemusic

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