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Veröffentlicht am 13.11.2017 | von Susan

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DILLON – Kind

Be kind, let in the light
With time, let in the light

How tall will I grow?
Only time will show
It passes by slowly
And feels as though
You are breaking

You are an indication
Of trust and affection
With the purest intentions
We plant our love in you

(Dillon – Kind)

So spektakulär wie eine Achterbahnfahrt, verlief bisher das Leben von Dominique Dillon de Byington aka Dillon. Schon im zarten Alter von 19 Jahren veröffentlichte sie ihre ersten Songs und sorgte mit ihren eigenwilligen Narrationen für eine kleine Revolution am Pop-Himmel. Am 10.11. erschien nun ihr drittes Album Kind – offensichtlich ein Versuch zu wachsen. Denn die Wahlberlinerin mit brasilianischen Wurzeln spielt mit einer vielsagenden Doppeldeutigkeit. Das englische „liebenswürdig“ und das deutsche „Kind“ treffen sich hier in einer Art spannender Selbstfindung: Dillon versucht mit den 10 Songs eine Art Geschichte wiederzugeben, eine Geschichte des Heranwachsens, stärker werdens und über sich Hinauswachsens.

Alles beginnt mit dem gleichnamigen Opener Kind, in dem sie sich mit Dirk von Lowtzow von Tocotronic im Austausch darüber begibt, was sie noch alles erwarten wird. Die Single findet man abschließend, unterlegt mit euphorischen und aufbrausenden Technobeats, als 2. Kind nochmal am Ende der Platte. Nach dem Opener verdichten sich die Erzählungen. In Stem & Leaf stellt sie sich in gewohnter Melancholie, einer Art unperfekten Perfektion gegenüber, die zeitweise etwas gewöhnungsbedürftig sein dürfte. Und der Sound bleibt auch in Lullaby melancholisch; voller Tristesse, fordert sie ein gehauchtes “Schlaf ein!”, das man beim Hören gerne wahr werden lässt. The Present, ein Stück, das wie von einer Voicemail abgespielt wirkt, bringt durch diesen Bruch, ein wenig Luft in die Düsterkeit. So auch Contact Us, der mit den Zeilen “If you don’t dance, I don’t sing” für Leichtigkeit und einen neuen Kühlschrankmagneten sorgt. Die Stimme der Singer-Songwriterin bildet dabei, wie immer, das Kernelement ihrer Werke. Ein wenig verschnupft, haucht sie die Songs wie keine andere und wirkt dabei förmlich, aber auch tröstend.

Kind wird dabei hoffentlich nicht als ihr letztes Album hervorgehen, denn es schleicht sich das Gefühl ein, dass da noch Luft nach oben besteht. Zu viel Tip Tapping und Thirteen Thirty-Five kamen dem Album zuvor und vernebeln den Blick auf neue Experimente. Tiefe und Erhabenheit finden sich auf dem Album, aber die Überraschungen lassen auf sich warten und wirken, wenn sie denn kommen, eher befremdlich. So wie für die Achterbahn ist das Album im Großen und Ganzen, für diese Jahreszeit ein bisschen zu kühl.

Dillon – Kind
VÖ: 10. November 2017, PIAS
www.dillonzky.com
www.facebook.com/dillonzky

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