Kritik

Veröffentlicht am 13.03.2018 | von Julius Tamm

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WINCHESTER – DAS HAUS DER VERDAMMTEN – Filmkritik

Glauben Sie an Geister, Doktor?

(Sarah Winchester – Winchester – Das Haus der Verdammten)

Das Horrorgenre erlebt eine Renaissance. Es wandert aus einer Nische für Gruselfans und Adrenalin-Junkies in Richtung großer Bühne. Durch Star-Besetzungen und umfangreiche Budgets erreichen Filme und Serien wie Stephen Kings Es (2017), die Serie Hannibal (2013-2015) oder auch Stranger Things (seit 2016) das große Publikum und ziehen mittlerweile Menschen an, die sonst keine Horrorfilme schauen würden. So ist es auch mit Winchester – Haus der Verdammten von den Brüdern Michael und Peter Spierig.

1906, der amerikanische Bürgerkrieg ist schon eine Weile her und der Erste Weltkrieg steht kurz vor der Tür. Genau in dieser Zeit bittet die Firma Winchester Repeating Arms Company den Arzt Dr. Eric Price (Jason Clarke), die Erbin des Unternehmens, Sarah Winchester (Academy Award-Gewinnerin Helen Mirren) auf ihren Geisteszustand zu untersuchen. Die Angst besteht, dass sie nicht mehr im Stande ist, das Waffenunternehmen zu leiten. Für seine Untersuchungen zieht Dr. Price in das Winchester Anwesen. Dieses Anwesen lässt Sarah Winchester rund um die Uhr umbauen und erweitern, alles auf Weisung von Geistern, so behauptet sie. Was durch Dr. Price zuerst als Aberglaube abgetan wird, entpuppt sich im Verlauf des Filmes als ein schrecklicher Albtraum voller Rachegelüste und Schrecken.

Die Erwartungen an Winchester – Das Haus der Verdammten waren groß. Die berühmte Oscarpreisträgerin Hellen Mirren als Sarah Winchester war der Köder, den die Brüder Spierig auswarfen. Auf Mirrens Schulter sollte der ganze Erfolg des Filmes beruhen. Umso enttäuschender ist es, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Das einzige Werkzeug, das die Brüder Spierig in ihrem Gruselkoffer zu haben scheinen, ist der Jump Scare. Dauernd springt dem Publikum irgendein Geist, eine Hand oder einfach nur ein Rollschuh ins Gesicht. Spätestens nach dem fünften Mal ist die Überraschung hinüber und so etwas wie Angst entsteht nicht. Auch die Figuren des Films bleiben fad und enttäuschen auf ganzer Linie. Ein Protagonist mit tragischer Vergangenheit und üblen Lastern, eine alte Witwe mit einem Fluch und ein kleiner, gruseliger Junge sind weder etwas Ausgefallenes, noch etwas Spannendes im Horrorgenre. Selbst die Kulisse, immerhin eins der berühmtesten Horrorhäuser der USA, wird nicht voll ausgenutzt. Es werden immer wieder die gleichen Gänge und Zimmer gezeigt und von einem Irrgarten aus über 500 Räumen und 2000 Türen ist wenig zu spüren. Da hilft auch keine Star-Besetzung, Winchester – Das Haus der Verdammten ist ein Schuss in den Ofen.

Winchester – Das Haus der Verdammten (USA 2018)
Regie: Michael Spierig, Peter Spierig
Darsteller: Helen Mirren, Jason Clark, Sarah Snook, Eamon Farren
Kino-Start: 15. März 2018, Splendid Film GmbH

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco und produziert Podcasts, u.a. für ZEIT Wissen. Führt ab und an durchs Schlossmuseum Darmstadt.



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