Das asiatische Großstädte hektisch und gnadenlos überfüllt sind, ist ja allgemein bekannt. Doch manchmal reicht die Zeit hinten und vorne nicht und man findet sich gefangen zwischen Freizeitstress und Partyorganisation. First World Problems halt. Genauso ergeht es mir auch heute, das Wochenende will ja schliesslich ordentlich genutzt werden und deswegen gibt es heute auch keine netten kleinen Anekdoten über Singapur, sondern nur das weswegen ihr doch alle hier seid: Videos. In dem Sinne: Film ab!
+ Major Lazer – Get Free feat. Amber (of Dirty Projectors)
In den letzten Jahren gab es wohl kein Hip Hop Album, das so viel infantilen Spaß bereitet hat, wie ‘Guns Don’t Kill People… Lazers Do’ von Diplo und Switch aka Major Lazer. Das ‘Pon De Flor’ Sample kennt spätestens seit Beyonces ‘Run The World’ auch der letzte Musikbanause, das unglaublich gute Video zum Original jedoch nur die wenigsten. Jetzt ist der Major zurück und liefert mit ‘Get Free’ den Vorboten für das noch in diesem Jahr erscheinende zweite Album. Die relaxte Kollaboration mit Amber von den Dirty Projectors gibt es im Tausch für eure Email Adresse hier als kostenlosen Download.
+ Nadyyn – White Horse
Nadine Platzek, die bisher unter dem Namen Tape3000 begeisterte, hat sich mal flott entschieden dazu entschieden ab jetzt unter dem Namen Nadyyn wunderbar verrauschten Elektronika-Shoegaze zu zaubern. Weil wir Nadine und ihre Musik so gerne haben, könnt ihr sie morgen als Vorband für die wunderbaren Summer Heart erleben. Wer keinen Platz für das Wohnzimmerkonzert bekommen hat, kann sich immerhin mit dem kostenlosen Download zu ’White Horse’ trösten.
+ Slow Magic – Youths
Die Jungs von Feel Good Lost haben dem absolut sympathischen Maskenmann von Slow Magic ein traumhaftes Video gezimmert. Da trommelt sich der mysteriöse Musiker einmal durch die gesamte Flora, untermalt wird die Szenerie mit wunderschönen Farben und herrlichen Kaleidoskop Effekten. Doch das absolute Highlight ist und bleibt der Track ‘Youths’, der sich mit gewohnt eingängiger Dreamwave-Manier im Gehörgang festsetzt. Aber was erwartet man auch anderes von einem Künstler, der bei seinen überragenden Live-Konzerten noch eigenhändig nummerierte Tapes verkauft?
Der DJ und Produzent Foamo, der mit bürgerlichem Namen Kye Gibbon heißt und aus High Wycombe/UK stammt hat am 9. April eine neue EP auf Fat! Records veröffentlicht. Acht basslastige House Tracks sind auf “Tremors” zu finden, die das Herz eines jeden DJs höher schlagen lassen. Endlich gibt es mal wieder gutes Futter für den Dancefloor! Eine Preview der gesamten EP gibt es hier zum Anhören!
Am 23. April soll das Debütalbum ‘When Light Falls‘ von Attaque auf dem “Future Techno”-Label Bad Life erscheinen. Vorab gibt es schon mal einen Track des angekündigten Albums kostenlos abzugreifen. Nach seinen aufsehenerregenden EPs ‘Light Falls‘, ‘Moderate‘ und ‘Shine‘ macht ‘The End‘ jetzt schon Lust auf die erste LP. Die gibt es im Stream seit heute HIER!
Anyway There’s no reason to get hurt You don’t need to sell your shirt To do the devil’s work.
(Miike Snow – The Devils Work)
Das Bedroomdisco Album des Monats im April zeigt auf seinem Cover einen Hirschhasen und diese seltsame Mutation lässt nur einen Schluß zu: Unser aktuelle Lieblingsplatte kommt vom schwedisch-amerikanischen Trio Miike Snow und heißt “Happy To You”.
Ein Geheimtip sind Miike Snow längst nicht mehr, gehört ihr selbstbetiteltes Debüt doch zu den großen, vielbeachteten Konsens-Alben des Jahres 2009, das Jahr in dem alle ja auch plötzlich nur noch ein Lied summten, nämlich “Animal”. Ein Geniestreich also, der den beiden schwedischen Produzenten Christian Karlsson und Pontus Winnburg da gemeinsam mit dem amerikanischen Singer und Songwriter Andrew Wyatt gelungen ist, im Kontext ihrer Biografie allerdings nicht der erste große Erfolg, haben die beiden ja bereits einen Grammy erhalten für den von ihnen und für Britney Spears produzierten Song “Toxic”.
Jetzt folgt also mit “Happy To You” drei Jahre später das Zweitwerk, für das Miike Snow 12 neue Songs zusammengestellt und voll auf Kreativität gesetzt haben. Davon scheinen Mike Snow nämlich nur so strotzen, genauoso wie vor der Lust die Grenzen von Pop auf spielerische Weise auszureizen.
So treffen auf dem neuen Album aufwendige Schlagzeugrhythmen oder gleich die Trommelwirbel eines ganzen Spielmannszug auf vielschichtige Synthie-Melodien, auf fröhliche Klavierakkorde , auf geloopte Samples oder opulente Bläser. Und irgendwo dazwischen hat dann auch die etwas schräge Stimme Andrew Wyatts seinen Platz, die sich ziemlich kryptischen und auf den ersten Blick sinnfreien Texten widmet. Diese seien aber, so erzählt Wyatt in einem Interview mit der Musikzeitschrift Intro (Ausgabe 201) bewusst mit so großem Interpretationsspielraum gestaltet, damit das Kopfkino des Hörers und die Fantasie angeregt wird.
Fantasie ist überhaupt das Stichwort. “Happy To You” besitzt mit seinen Ecken und Kanten und seinen unberechenbare Spielereien eine solch große klangliche, sowie strukturelle Vielfalt (böse Zungen sprechen hierbei von Überladenheit), bleibt aber trotzdem dem Konzept Pop treu, eben auf fantasievolle Art und Weise. Miike Snow ist ein tolles zweites Album gelungen, das in allen Lebenslagen Spaß macht: sei es beim gepflegten Nichts-Tun, beim Arbeiten, beim Tanzen oder eben beim Verrichten des Teufelswerks.
Miike Snow – Happy To You
Vö.: 16. März 2012, Smi Col (Sony Music) www.miikesnow.com
Seit dem letzten Release ‘Dark Light‘ existiert das vorherige Solo-Projekt von Carolyn Berk als Trio, der Name bleibt weiterhin Lovers. Die Veröffentlichung der Platte ist schon etwas her, kann man sich doch seit September 2010 an Songs wie ‘Boxer‘, ‘Peppermint‘ oder ‘Cedar Falls‘ erfreuen, sodass es nicht verwundert, dass die Band passend zur anstehenden Europa-Tour ein Video zum neuen Song ‘Igloos for Ojos‘ veröffentlicht hat. Dieses vergrößert dann auch noch mal unsere Vorfreude, denn am 20. Mai werden wir die drei Damen für eins unserer Wohnzimmerkonzerte nach Darmstadt holen!
Lovers Tour:
10.05. Cafe Kuit, München
12.05. West Germany, Berlin
14.05. TBA, Leipzig
15.05. Centro Sociale, Hamburg
16.05. Zucker-Club, Bremen
20.05. Wohnzimmerkonzert, Darmstadt
Es geht weiterhin Schlag auf Schlag im Hause Stone – jetzt darf mal wieder die weibliche Hälfte des australischen Geschwister-Duos einen neuen Song ihres zweiten Solo-Albums ‘By The Horns‘ (ein Erscheinungstermin in Deutschland ist bisher noch nicht bekannt) veröffentlichen. Hier das Video zu ‘It’s All Okay‘!
“All I know, I want you on my team, on my team, in my dreams.”
(Joe Goddard – All I Know)
Es ist schwer über ihn und seine neue EP ‚Gabriel’ zu berichten ohne seine Mitgliedschaft bei Hot Chip zu erwähnen. Wahrscheinlich geht Joe Goddard das ziemlich auf die Nerven, scheint er doch zur Zeit sehr bemüht ohne Hot Chip erfolgreich Musik zu machen. Deswegen sollte nicht weiter, im Sinne einer netten Vorstellung seines Solo-Elektro Projekts, auf Hot Chip eingegangen werden, Leser die sich für Joe Goddard interessieren sind höchst wahrscheinlich sowieso bestens über seine Rolle neben dem makantstimmigen Brillenträger Alexis Taylor informiert. Sein neueres Band Projekt ist da viel erwähnenswerter ‚The 2 Bears’ zusammen mit Raf Rundell. Die beiden verbindet eine langjährige und wie ihr Debütalbum ‚Be Strong’ (29.01.2012) offenbart, sehr produktive und harmonische Freundschaft.
Doch es scheint viel System und Arbeitswillen dahinter zu stecken. Joe Goddard ist als DJ viel unterwegs, bestreitet Konzerte mit seinen Bands, moderiert im englischen Radio und vermochte in den letzten 3 Jahren trotzdem noch 2 Soloalben, 2 Remixalben und nun seine neueste EP Gabriel, zu veröffentlichen. Ist dieser Mann denn noch zu halten? Sein Arbeitspensum, sein Ideenreichtum und seine musikalische Geradlinigkeit über die Jahre sind zu bewundern. Musik ist sein ganzes Leben, unvorstellbar, dass Joe Goddard nur einen Tag verbringt ohne seiner Leidenschaft, dem Musik machen, nach zu gehen.
Sehr ausgeprägt ist sein Stil, unverkennbar Chicago House und 2 Step.
Seine neueste EP ist elektro-housig, die verträumten Vocals von ‚All I Know’ und die immer wiederkehrende Melodie bauen das Grundgerüst dieses Songs, während ‚Jump’ sich beatlastiger gibt und mit seiner Baseline an Electro Swing erinnert. Der Song Gabriel, welchem Leben von der talentierten Sängerin Valentina Pappalardo eingehaucht wird besticht durch sein ausgeprägtes Wiedererkennungspotential und ist der Star auf der kleinen EP. Besonders dessen zahlreiche Remixe, wie beispielsweise von Soulwax, Jan Driver und anderen fächern sämtliche Sparten elektronischer Musik auf.
Joe Goddard – Gabriel
Vö.: 30. März 2012, bitclap/Warner Music Germany
Ihr könnt euch nicht vorstellen, was man da oben auf dem DJ-Pult alles zu Gesicht bekommt. Nicht nur, dass ich, in so erhobener Position, eine gute Sicht über die komplette Szenerie habe, nein, ich habe diesen ‚Jäger-Hochsitz’ den ganzen Abend, die ganze Nacht, stunden lang. Ich könnte, wenn ich interessiert und aufmerksam das Treiben eine Weile beobachten würde, ganze Geschichten über manche Partygäste erzählen:
Der ist mir dem da, beide finden sie gut.
Sie keinen von beiden, ihr gefällt der da drüben.
Er is schwul.
Bumm!
Was ich damit sagen möchte ist, dass man beim DJ in der Regel nicht in der ersten Reihe stehen muss, um auf sich aufmerksam zu machen. Mädels, wenn eine von euch dem DJ gefällt, sieht er sie auf der Tanzfläche inmitten von 100 anderen, in 15 Meter Entfernung im Strobo-Blitzlichtgewitter, wenn sie sich gerade bückt, um sich die Schuhe zu binden. Ach und wenn ihr wirkliches Interesse am DJ habt, dann zeigt einmal Durchhaltevermögen und bleibt gefälligst bis zum Schluss! An dieser Stelle möchte ich mich ganz besonders bei den ersten mutigen Tänzern bedanken, die den Anfang machen. Ihr seid die Besten.
Am liebsten, über den Abend verteilt, sind mir die Off-Beat[1]- und Ausdruckstänzer, aber ganz besonders die Schranzer[2], die sich schnell ausmachen lassen, und die ich minutenlang anstarren könnte. Ausgeprägte geschlängelte Arme und Ravereien erlebt man meist erst zu späterer Stunde, doch Dampflock und Off-Beat gibt’s die ganze Nacht gratis zum Auflegeerlebnis hinzu.
Das Phänomen des Offbeat-Tänzers zieht sich durch sämtliche Generationen, jung und alt, Männlein wie Weiblein sind davon betroffen. Ich frage mich ernsthaft, ob es sich um einen Gendefekt handelt. Mir ist es ein Rätsel wie man sich derart unrhythmisch bewegen kann. Jetzt mal ehrlich, es ist verdammt schwer einen ordentlichen Off-Beat-Tanz nachzuahmen. Wie machen die das? Was sind das für komische Moves und Verrenkungen? Ständig muss ich mir vorstellen, wie diese Menschen rhythmisch animalischen Sex haben und wie viele blaue Flecken sie ihrem Partner zufügen. Besonders überrascht bin ich dann, wenn ich feststelle, dass die Koordination beim Laufen oder die Feinmotorik z.B. beim Schreiben einer SMS einwandfrei funktionieren.
Am Lustigsten ist allerdings, wenn sich ein Offbeat-Tänzer mit einem “normal rhythmischen Tänzer” zusammen tut und diese/n versucht von hinten sexy anzutanzen. Meine Güte. Köstlich. Was für ein Gerangel.
Und dann stellt sich mir eine ganz bedeutende Frage: Merken die das eigentlich selbst, wissen sie, dass sie anders sind? Gerade Off-Beat- und Ausdruckstänzer haben oft diese unschuldige kindliche Ausstrahlung, dieses „Ich tanze, jippie und lass mich voll gehen, juch entschuldigung, war das dein Fuss …“. Sie lassen Bewegungen und spontane Emotionen einfach laufen. Sie scheren sich nicht darum, ob andere schauen, sie bewegen sich ohne sich ständig zu mäßigen oder Blicke und Reaktionen der anderen Tänzer zu kontrollieren. Für diese Fähigkeit beneide ich sie tatsächlich sehr. Seitdem ich auflege komme ich mir auf Tanzflächen ähnlich verloren wie in einem Swinger-Club vor. Schon beim Gedanken mitten ins Getümmel zu müssen, wird mir ganz schwindelig. Ich glaube, es ist eine DJ-Krankheit immer vom Rand alles im Blick haben zu wollen.
So wie die „Checker“, die sich gerne in Pultnähe aufhalten und den DJ um seinen Überblick mit Sicherheit beneiden. Sie tragen häufig dunkle Lederjacken oder Longsleves aus sehr dünnem Stoff, damit sich die Frage nach einer Mitgliedschaft im Fitness-Studio erübrigt.
Auf den ersten Blick sehen die Checker echt cool aus, sie sind sehr männlich und haben das Tanzen ohne zu tanzen perfektioniert. Schaut man jedoch etwas genauer hin, kann man sehen wie nervös und getresst sie sind, weil sie alles und jeden permanent im Auge und unter Kontrolle haben müssen. Der Kaugummi fliegt von rechts nach links, es wird abgecheckt und ständig mit einer lässigen Handbewegung über die stählerne Brust gestreichelt (“Hier schau, steinhart”). Jede Geste scheint einstudiert und vorher auf Coolnessfaktor vorm heimischen Spiegel geprüft worden zu sein. Das perfekte Gegenbeispiel zum Offbeat und Ausdruckstänzer eben, doch mit bedeutend weniger Unterhaltungspotential.
Zum Schluss möchte ich aber unbedingt noch eine Sache loswerden und ich denke, ich kann sogar im Namen aller DJs sprechen, wenn ich sage, dass sich der DJ über jeden Gast freut, der tanzt. Egal wie!
Ihr lest Montagsgedanken- Tagebuch einer DJane. Mein Name ist Doris Vöglin.
[1] Englisch wörtlich übersetzt bedeutet Off-Beat ‚weg vom Schlag’ und das gilt offensichtlich nicht nur für den rhythmischen Bereich. Man könnte auch „weit ab vom Schlag“ oder „ein ganz besonderer Schlag“ dazu sagen.
[2] Besonders Frauen, die Schranzen sind bewundernswert. Hier eine sehr seltene Gattung: Der ‘Offbeat-Schranzer’.
Wenn man aktuell aus dem Fenster schaut, denkt man nicht unbedingt daran ein Festival besuchen zu wollen – doch genau dazu bietet sich an diesem Wochenende die Chance. Denn das Burning Eagle Festival findet diesen Samstag in Reutlingen im Franz.K statt – also drinnen, warm und kuschelig! In dieser Form übrigens zum letzten Mal, denn das Festival wird ab 2013 draußen in einer neuen Location weitergeführt. Bezüglich der Qualität der Bands haben wir überhaupt keine Bedenken, zeigten sich die Macher doch schon in den letzten Jahren als außerordentlich sicher in Bezug auf Geschmack und Liebe zum Detail – und so ließt sich auch das diesjährige Line-Up mehr als interessant: Dan Mangan, Liz Green, The Crackling, The Travelling Band, Peasant, Jamie Harrison, Garda und Tristan Brusch wurden bestätigt – einziger Wermutstropfen ist da nur, dass die Schweden von Solander kurzfristig absagen mussten. Aber auch so können wir jedem nur raten den Weg nach Reutlingen anzutreten – bei Preisen von 15 Euro (VVK, Erwachsene) bzw. 12 (VVK, Ermäßigt) ist das ganze dazu auch noch eine sehr erschwingliche Angelegenheit!
Die harten Fakten:
Burning Eagle Festival 2012
Dan Mangan, Liz Green u.v.a.
21.04.2012 @ Franz.K
Unter den Linden 23
72762 Reutlingen
VVK: 15/12 Euro (Erwachsen/Ermäßigt), AK: 18/15 Euro (Erwachsen/Ermäßigt)
Tickets gibt es hier! www.burningeaglefestival.com
Wir verlosen 1×2 Gästelistenplätze für das Burning Eagle Festival 2012 – ihr wollt gewinnen, dann schreibt uns bis Freitag (20.04.) eine Mail mit dem Betreff ‘Burning Eagle’ an gewinnen@bedroomdisco.de. Der Gewinner wird von uns benachrichtigt – wir wünschen viel Glück!
Es gibt erst wenige Single Veröffentlichungen von der Berliner Musikgruppe Blitzkids mvt. (von den Songs ‘Blinded‘ und ‘Water‘ haben wir schon berichtet). Aktuell ist auf die Liste der Dance-Pop Neuerscheinungen die EP ‘Cold‘ dazugekommen, mit – natürlich – einer Menge aufgemotzter Remixe von Etnik, Shakes Milano und J.Rabbit. Tauglich für euren Indie-, Elektro- oder Dubstep-Schuppen.