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Veröffentlicht am 11.02.2010 | von Dominik

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CHÉRI – Filmkritik

„An seinem Charakter ist nichts auszusetzen, hauptsächlich wohl weil er keinen besitzt.“

(Léa – Chéri)

Heute beginnt die 60. Berlinale und wir sind…nicht dabei. Aber kein Grund zu Traurigkeit, denn wir haben ja genug Material um uns in unseren Heimkinos bis zum Sommer zu verbarrikadieren (was man bei dem Wetter auch nach Möglichkeit machen sollte). Passend zum Berlinale-Beginn stellen wir euch heute mit Chéri einen Wettbewerbsfilm des letzten Jahres vor.

In der Belle Époque in Frankreich gehören Kurtisanen wie Léa de Lonval und ihre Freundinnen zur Oberschicht – zumindest aufgrund ihres Reichtums. Ansonsten werden die Damen eher gemieden und sind zumeist unter sich. Chéri, der Sohn von Madame Peloux (gespielt von Kathy Bates), kann sich wegen dem Vermögen der ehemaligen Verführerin ein schönes Leben mit Frauen, Partys und Zerstreuung leisten. Doch der 19 Jährige hat den ganzen Rummel satt und nimmt dankend an, als die Freundin und ehemalige Konkurrentin seiner Mutter Léa de Lonval (Michelle Pfeiffer), die er schon seit Kindestagen kennt, ihn einlädt zusammen mit ihr in ihr Feriendomizil zu fahren. Dort entwickelt sich aus einem Flirt eine leidenschaftliche Beziehung, die über sechs Jahre hält. Bis Chéris Mutter eine Hochzeit ihres Sohnes mit Edmée, einer Kurtisanentochter, einfädelt. Stolz wie beide sind, trennen sie sich und versuchen ihr Leben ohne den anderen weiter zu leben, was beiden nicht gelingen will.

Kostümfilme kommen meistens eher schwer und mit höchst dramatischen Themen daher – Chéri ist da eine angenehme Ausnahme, ohne aber flach zu sein. Die wunderschönen Bilder der Ausstattung und Kostüme, im Zusammenspiel mit den grandiosen Darstellern (allen voran Michelle Pfeifer und Kathy Bates) und dem guten Skript, verbinden sich zu einem klugen und trotzdem leichtfüßigen Film – dem man höchsten vorwerfen kann, dass er zu brav bleibt und sehr abrupt endet. Dafür ist das Ende aber unbeschönigt und konsequent.

Basierend auf dem gleichnamigen Roman von Colette schafft der britische Regisseur und Kostümfilm-Speziallist Stephen Frears (Die Queen und Gefährliche Liebschaften) eine würdige Adaption, die mit dem Stoff spielerisch umgeht und für einen gelungenen Filmabend sorgt!

Chéri (UK&Ger, 2009)
Regie: Stephen Frears
Darsteller: Michelle Pfeiffer, Kathy Bates, Rupert Friend, Felicity Jones
DVD-VÖ: 11. März 2010, Prokino

httpvh://www.youtube.com/watch?v=grEzIQYTB7o

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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