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Veröffentlicht am 1.09.2010 | von Dominik

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FOTOS – Porzellan

Da ist ein Sieb in unserem Kopf, durch das Erinnerung tropft.
Die an dich und die an mich. Die an dich und die an mich.
Wir essen das Papier, ich bei mir und du bei dir.
Ich bin ich und du bist du – wir sind wasted immer zu.

(Fotos – Wasted)

Gestern ging es hier noch im Zusammenhang mit dem neuen Ra Ra Riot-Album „The Orchard“ um Weiterentwicklung vs. Neuerfindung einer Band mit jeder Platte bzw. über Weiterkommen vs. Stillstand. Heute stellen wir jetzt dank dem neuen Fotos-Album nicht nur fest, dass nach dem Goldrausch anscheinend „Porzellan“ kommt, sondern auch, dass es sehr wohl geht, sich als Band für jede Platte neu zu definieren/erfinden. Was als unbekümmerter britisch-angehauchter, gerne auch mit den Franzosen von Phoenix in Verbindung gebrachter, Indie-Rock begann, kommt jetzt erhaben, schwerer, reifer und überhaupt gewachsener daher.

Hall – das Überwort der Platte, fängt doch schon der Opener mit wabernden Gitarren-Kulissen und verhallten Ahs von Sänger Thomas Hessler an, bis die verzerrte Gitarre einsetzt und man einen Gang zulegt. Passender hätte man einen Opener für „Porzellan“ wohl nicht wählen können – bekommt man doch hier schon die auf Platte dargebotenen Zutaten als Vorspeise serviert. Der titelgebende Song schlägt dann auch in eine ähnliche Kerbe (hier geht es zum kostenlosen Download des Songs), um dann „Nacht„, einem der besten Songs einer durch und durch guten Platte, Platz zu machen – „Dieser Tag ist umgebracht, verlor die Macht, die letzte Schlacht gegen die Nacht“ – einen passenderen Soundtrack für einsame nächtliche Busfahrten gibt es aktuell nicht, wir sagen „Danke“. Klar gibt es noch Überreste des alten Sounds, muss ja auch nichts schlechtes sein, wie man an der ersten Single „Mauer“ sieht – eingängig, Mitsingen auch kein Problem, Gitarre und auch sonst so – passt schon – „Ich baue, eine Mauer, ich baue eine Mauer!

On the Run“ erinnert dann gar an Joy Division, muss man nicht verstehen, darf man trotzdem gut finden – wie überhaupt den ganzen Rest der Platte: Ob langsam treibend bei „Feuer„, schwelgerisch-verträumt in „Ritt„, beschwingt-verspielt bei „Angst„, nicht zu vergessen das wundervolle „Wasted“ mit Mann-Frau Doppelgesang – die Fotos haben ihren Sound gefunden (zumindest für diese Platte) – „Porzellan“ funktioniert wie keine Platte der Hamburger zuvor. „Wellen“ entlässt dann endgültig in die Nacht, mit dem Satz passend zum zuvor gehörten – „Kann nicht genug davon bekommen!“

Fotos – Porzellan
VÖ: 10. September 2010, Snowhite
http://www.fotosmusik.de
http://www.myspace.com/fotosmusik

Fotos – Mauer (Musikvideo) from Snowhite on Vimeo.

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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