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Veröffentlicht am 17.09.2010 | von Dominik

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PRECIOUS – DAS LEBEN IST KOSTBAR – Filmkritik

Du bist dumm geboren. Kein Schwein will dich und kein Schwein braucht dich. Die Schule ändert daran einen Scheißdreck. Beweg deinen Arsch zur Fürsorge.

(Mary – Precious – Das Leben ist kostbar)

Eine Oscar-Nominierung ist eine der größten Ehrungen, die einem Film zukommen kann, ist die goldene Trophäe doch allgemein anerkannt als Qualitätssiegel. Wenn ein Film aus dem Nichts kommt und mit eher unbekannten Protagonisten vor und hinter der Kamera sechs Nominierungen und darunter die Königskategorien „Bester Film“, „Beste Regie“ und „Beste Hauptdarstellerin“ absahnt, dann ist eigentlich klar: hier handelt es sich um einen großen Film bzw. zumeist um ein großes Drama! So auch im Falle von „Precious – Das Leben ist kostbar„.

Claireece Jones, von allen einfach „Precious“ gerufen, ist 16 Jahre alt, übergewichtig und zum zweiten Mal schwanger, was sie ihren einzigen Zufluchtsort kostet – die Schule. Ihre letzte Chance aus einer Spirale aus Armut, Sozialhilfe und Abhängigkeit zu fliehen, erhält sie durch die alternative Schule Each One Teach One. Dort findet sie nicht nur zum ersten Mal in ihrem Leben Freunde, sondern auch in ihrer Lehrerin Miss Rain eine Person, der sie sich anvertraut und die sich um sie kümmert. Schockiert über die körperliche Gewalt und den Inzest, der Claireece zuhause ausgesetzt ist, besorgt die Lehrerin ihrer Schülerin eine vorübergehende Wohnung. Doch ihre Vergangenheit scheint die junge Frau nicht loslassen zu wollen.

„Precious – Das Leben ist kostbar“ ist keine leichte Kost, was bei Themen wie Vergewaltigung und Gewalt in der Familie auch fehl am Platz wäre. Dennoch bewahrt sich der Film einen gewissen Charme und selbst in den dunkelsten Stunden, versucht man mit der jungen Precious zu träumen und an ein gutes Ende zu glauben. Der Film wird dabei mehr durch die Geschichte und die guten Leistungen der Hauptdarsteller getrieben als durch die außergewöhnliche Gestaltung, wobei diese zwischen Scheindokumentation, Traumsequenzen und einfachen Filmsequenzen problemlos hin und her springt. Dabei wirken die schauspielerischen Leistungen gerade durch die langen Einstellungen ohne Schnitt, was den Darstellern Raum für ihre Figuren und ihr Spiel gibt und die einzelnen Szenen noch stärker wirken lässt. Alles in Allem ein sehens- und empfehlenswerter Film, den man sich nach Möglichkeit jedoch in der Originalfassung anschauen sollte.

Precious – Das Leben ist kostbar (USA 2009)
Regie: Lee Daniels
Darsteller: Gabourey Sidibe, Mo’Nique, Paula Patton, Mariah Carey, Lenny Kravitz
DVD-VÖ: 16. September 2010, Prokino
http://www.das-leben-ist-kostbar.de

httpvh://www.youtube.com/watch?v=jqBx-kzMkaY

Zum DVD-Start von „Precious – das Leben ist kostbar“ verlosen wir in Zusammenarbeit mit dem Verleih Prokino zwei Exemplare der limitierten Gold Edition der DVD! Wer ein Exemplar davon gewinnen will, schreibt uns bis zum 1. Oktober eine E-Mail mit dem Betreff „Precious“ und seiner Adresse an info@bedroomdisco.de – wir wünschen viel Glück!

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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