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Veröffentlicht am 11.10.2010 | von Dominik

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GREENBERG – Filmkritik

„Verletzte Menschen verletzen Menschen“

(Florence – Greenberg)

Was Adam Sandler kann, kann ich schon lange„, muss sich Ben Stiller gedacht haben, als er die Rolle in dem neuen Film von Noah Baumbach angenommen hat – zumindest erinnert die Rolle des Roger Greenberg stark an dessen dramatischen Ausflug in „Punch-Drunk Love“ aus dem Jahr 2002. Was nicht heißen soll, dass sich der Film nicht lohnt – auch wenn es sicherlich für viele komisch anhört, einen Film über einen Menschen zu schauen, der an sich eigentlich gar nichts machen will.

Roger Greenberg ist 40 Jahre alt, hat gerade einen Nervenzusammenbruch hinter sich und wünscht sich nichts sehnlicher als einmal gar nichts zu tun und somit der Leistungsgesellschaft zu trotzen. Umso schöner, dass das Haus seines Bruders gerade leer steht. Doch nach dem Umzug in die alte Heimat wird dem relativ unausstehlichen Zyniker, der gerne in den Erinnerungen an die alter Zeiten schwelgt, klar, dass sich einiges verändert hat seitdem er L.A. verlassen hat. Und mit sich selbst hält er es auch nicht wirklich aus. Zum Glück ist da noch die Assistentin seines Bruders, die dafür sorgt, dass es im Haushalt immer etwas zu essen gibt.

Die Band Noah and the Whale hat ihren Namen als Hommage an das einfühlsamen Trennungsdrama „The Squid and the Whale“ von Regisseur Noah Baumbach und den Regisseur selbst gewählt. Zwar kann man bezweifeln, dass es demnächst Bands mit dem Zusatz „Greenberg“ im Namen gibt – aber zumindest kann man dem Film genauso zusprechen, dass er sehr einfühlsam an das schwierige Thema herangeht und sich auch die nötige Zeit dafür nimmt. Vielen könnte das allerdings auch übel aufstoßen, geht die Erzählgeschwindigkeit des Films doch fast schon gegen null, genauso wie die Figur des Roger Greenberg nicht unbedingt viele Freunde finden wird. Allen, die Kino auch abseits von schnell geschnittenen Action-Feuerwerken und Stereotypen interessant finden, kann man „Greenberg“ trotzdem ans Herz legen, bietet er doch einen gelungenen Spagat zwischen Drama und ruhiger Komödie, plus dem ersten Film-Score von James Murphy (LCD Soundsystem).

Greenberg (USA 2010)
Regie: Noah Baumbach
Darsteller: Ben Stiller, Greta Gerwig, Rhys Ifans, Chris Messina, Susan Traylor
DVD-VÖ: 14. Oktober 2010, Universal

httpvh://www.youtube.com/watch?v=Zh2VXzRTCV8

Zusammen mit Universal Film verlosen wir ein Exemplar der DVD zum DVD-Start von „Greenberg“ am 14. Oktober – alles was ihr dafür machen müsst, ist uns eine Mail an info@bedroomdisco.de mit dem Betreff „Greenberg“ und eurer Adresse zu schicken – Einsendeschluss ist der 25.10.10! Wir wünschen viel Glück!

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Über den Autor

Bedroomdisco-Gründer, Redaktions-Chef, Hans in allen Gassen, Golden Leaves Festival Booker, Sammler, Fanboy, Exil-Darmstädter Wahl-Hamburger & happy kid, stuck with the heart of a sad punk - spreading love for great music since '08!



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