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Veröffentlicht am 9.03.2011 | von Dominik

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ALIN COEN BAND – Interview

Ende August des letzten Jahres erschien das Debütalbum ‚Wer bist du‚ von der Alin Coen Band über das Bandeigene Label ‚Pflanz einen Baum‚, dann dauerte es erst ein bisschen, aber letztlich bahnten sich die Songs der Weimarer Band ihren Weg in unser Gehör und in unsere Herzen. Kein Wunder, dass die vier dann auch direkt Shows für Regina Spektor bzw. während der kompletten Philipp Poisel-Tour dessen Konzerte eröffnen durften. Aktuell tourt die Band als Headliner und kann sich über steigende Besucherzahlen erfreuen – so oder so, wir fanden, dass es Zeit ist Fragen zu stellen und ließen ihnen einen ausführlichen Bogen zukommen, sozusagen unsere Art ‚Wer bist du‘ zu fragen – machen wir es kurz: Alin Coen Band im Bedroomdisco Interview!


© Sven Korejtko

1.) Steckbrief:

– Name: Alin Coen Band
– Gründungsjahr: 2007
– Standort: Weimar
aktuelles Album: „Wer bist du?“

2.) Fragenkatalog:

– Wie und wann bist du zur Musik gekommen?
Mit 6 habe Klavierunterricht bekommen und im Schulchor gesungen. Dass ich selber Lieder geschrieben habe ging erst mit 19 los, als ich für ein halbes Jahr in Schweden lebte. Bei einer offenen Bühne hat jeder der auftrat jeweils zwei Lieder gespielt und da habe ich beschlossen, dass ich bei der nächsten offenen Bühne auch zwei Lieder, die ich geschrieben habe, spielen will.

– Wie seid ihr als Band zusammengekommen?
Wir waren alle zum Studium in Weimar. Weimar ist klein und da begegnet man sich schnell. Für unseren Gitarristen Jan habe ich mal ein Konzert eröffnet, woraufhin wir als Duo zusammen geprobt und gespielt haben. Philipp, unser Bassist lernte ich über eine Freundin kennen. Wir haben bei den beiden Zuhause manchmal ein bisschen gejammt. Unser Schlagzeuger Fabian war mein WG-Mitbewohner. Irgendwann habe ich ein Konzert organisiert und ich habe die drei gefragt ob wir da als Band zusammen auftreten wollen. Von da an wusste ich einfach: Das sind die Richtigen.

– Welche musikalischen Einflüsse hast du aus deiner Kindheit mitgenommen, die dich für das Musikmachen begeistert haben?
Ich habe immer schon frei erfundene Melodien und Texte vor mich hin gesungen. Beim Klavier habe ich viel mit klassischer Musik zu tun gehabt. Meine erste große musikalische Verliebtheit war Debussy.

– Wie würdest du deine Musik beschreiben und was veranlasst dich genau solche Musik zu machen?
Unser Album „Wer bist du?“, dass wir kürzlich rausgebracht haben, gehört wohl in die Kategorie Singer/Songwriter, hat einen sehr warmen, wohligen Sound mit einer gehörigen Portion Liebeskummererfahrungen in den Texten. Aber das schöne an meiner Band ist, dass wir uns nicht einer bestimmten Musikrichtung verschrieben haben, sondern sehr frei ans Musikmachen herangehen. Wir experimentieren bei unseren Bandproben gerne, was wir so an Geräuschen machen können und beschließen dann was wir davon mal einem Publikum vorspielen würden und was wir besser niemals einem Publikum vorspielen sollten.

– Viele deutsche Musiker wählen bewusst die deutsche Sprache für ihre Texte – du singst sowohl auf deutsch als auch auf englisch. Welche Gründe gibt es dafür, wann/wie merkst du in welcher Sprache das Lied funktioniert und was bedeutet das deiner Meinung nach für den jeweiligen Song?
Zum einen bin ich zweisprachig groß geworden (Spanisch/Deutsch) was evtl. Einfluss darauf hat, dass ich es nicht fremd finde, in verschiedenen Sprachen zu singen und zum anderen gehe ich intuitiv ans Schreiben und entscheide vielleicht am ehesten musikalisch. Im Englischen singe ich anders als im Deutschen, es hängt sehr von den Melodien ab, welche Sprache ich zu einem Lied singen will. Ich merke in welcher Sprache ich ein Lied singen will, indem ich gucke, was mir am besten gefällt.

– Zur Zeit bist du mit Philipp Poisel Solo auf Tour, bald bist du mit der Band auf eigener Tour – was sind die Unterschiede bzw. was ändert das an deiner Musik/dem Aufbau deines Sets?
Bei Philipp spiele ich ja nur ein kleines Set von 25 Minuten, mit der Band machen wir über eine Stunde Musik. Die Songs die ich zur Zeit alleine spiele, spiele ich auch mit der Band, wenn wir auf Tour gehen. Ein riesiger Unterschied zum Solo spielen ist der, dass wenn ich mit Band unterwegs bin, drei ganz super tolle Musiker dabei sind.

– Wie kamst du dazu das Album „Wer bist du?“ aufzunehmen?
Die Jungs aus der Band haben ein bisschen gedrängelt, dass wir endlich mal ein Album aufnehmen sollten. Ich hätte wahrscheinlich noch etwa 100 Jahre gebraucht, bis ich mich bereit gefühlt hätte, die Musik auf einer Platte festzumeißeln, wenn die Jungs nicht so ausgesprochen dafür gewesen wären.

– Kannst du erzählen worum es auf dem Album inhaltlich geht und was es dir bedeutet?
Die Lieder beschreiben zwischenmenschliche Konflikte. Die Sachen, wie ich sie beschreibe, sind vermutlich typisch Mensch, denn ich höre inzwischen von vielen, die sagen, dass sie das Gefühl haben, dass ich genau ihre Situation beschreibe. Das ist für mich sehr schön zu wissen, dass sich Leute damit so stark identifizieren können und das einige sogar das Gefühl haben, es hilft ihnen gegen ihren Liebeskummer.

– Unser Lieblingslied ist „Ich war hier“ – wie ist der Song entstanden und gibt es eine Geschichte dazu?
Das finde ich eine gute Wahl. Der Song ist entstanden als ich gerade für eine Theaterproduktion die Musik schrieb. Es ging in einer Szene um Mauern, die Menschen um sich herum aufbauen. Ich war zu dem Zeitpunkt schwer verliebt und hatte also meine eigene Geschichte zu den Mauern. Das Lied erzählt ja die ganze Geschichte.

– Bist du sowohl am Songwriting als auch beim Mixen und Arrangieren des Album beteiligt gewesen und wie lange hat die Arbeit am Album gedauert?
Ich war bei allen Produktionsschritten mit beteiligt, auch noch beim Entwerfen der Verpackung (aus Altpapier). Wir haben das Album auf eigene Faust organisiert und da keiner von uns irgendwelche Erfahrungen im Album produzieren mitbrachte, sind wir auch ständig wieder überrascht gewesen, was alles schief laufen kann. Wir haben eine gefühlte halbe Ewigkeit an dem Album gesessen. Technische Sachen sind nicht richtig gelaufen, terminlich ging einiges an Planung nicht ganz auf. Als das Ende in Sicht war, haben wir uns erst eine Deadline für die Veröffentlichung gesetzt.

– Gab es Probleme während der Aufnahme, was waren die besten Momente?
Einer der besten Momente war, als wir „Ich war hier“ aufgenommen haben, und gleich bei der ersten Aufnahme das Gefühl hatten, alles hat gestimmt und wir brauchen nichts mehr an dem Song zu machen. Ein weniger schöner Moment war dann, als wir es angehört haben, und die Gitarren auf genau dieser Aufnahme völlig verstimmt waren – das war problematisch.

– Ihr habt euer eigenes Label „Pflanz einen Baum“ – welche Gründe gab es dafür sich „selbstständig“ zu machen, wie ist der Name entstanden und werden demnächst mehr Musiker unter dem Label Platten veröffentlichen?
Es war eine sehr naheliegende Sache für uns, ein Label zu gründen, nachdem wir eh schon alles selber gemacht hatten an diesem Album. Der Name „Pflanz einen Baum“ ist als Titel eines Metal-Songs entstanden, den wir mal zum Spaß geschrieben haben. Es war also urspünglich mal ein Scherz, dass wir unser Label so nennen. Inzwischen gehen mir immer mal wieder neue Assoziationen zu diesem Namen auf, und ich mag die weiträumige Interpretierbarkeit, die er mit sich bringt.

– Habt ihr euch ganz der Musik verschrieben oder habt ihr noch ein zweites Standbein bzw. andere Interessen was ihr einmal machen möchtet?
Ich werde eines Tages Ingenieurin. Aber das hat noch Zeit.

– Gibt es Jemanden (Produzent, Musiker) mit dem du gerne einmal zusammen arbeiten würdest?
Peter und Markus.

– Was sind eure nächsten Pläne?
Auf Tour gehen und Album Nr.2 schreiben und aufnehmen.

– Deine 3 Top Alben in 2010? Warum?
Wallis Bird – Spoons
BOY – Hungry Beast
Miss Emily Brown – Sum of All Parts
Weil es spannende und schöne Musik ist und weil ich mit den Bands befreundet bin.

– Welcher Song ist dein all-time Favorit?
Venus as a Boy von Björk

– Welcher Song passt zu deiner aktuellen Stimmung?
Schlaf Kindlein, schlaf.

– Was stellst ihr euch unter „Bedroomdisco“ vor?
Eine Pyjamaparty


Alin Coen Band – Ich War Hier Live von Revolver_Promotion

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