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Veröffentlicht am 16.06.2011 | von Lisa

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BON IVER – Bon Iver

Lange haben wir darauf gewartet – nun erscheint es endlich: der selbstbetitelte Nachfolger zu Bon Ivers gefeiertem Debütalbum ‚For Emma, Forever Ago‘ erwartet uns dieser Tage in den Plattenläden. Und das Warten hat sich absolut gelohnt. ‚Bon Iver‘ beweist, dass Bon Iver definitiv mehr ist als eine Eintagsfliege im Indie-Geschäft, sondern tatsächlich das musikalische Genie aufrecht halten kann, das einen beim Hören des Debüts sprachlos gemacht hatte.

Die Songs nehmen einen mit in eine Fantasiewelt, die zwar mit den Namen realer Städte betitelt ist, aber dennoch ganz in Mastermind Justin Vernons und der Fantasie des Hörers zu bestehen scheint. Jeder Song scheint für einen Ort in auf der musikalischen Reise Vernons zu stehen – mögen sie nun in Realität bestehen oder nur in Vernons Kopf, wen kümmert das schon – denn bereits der Opener ‚Perth‘ entführt einen mit seinen triumphalen Blasinstrumenten, dem fulminanten Finale im Sturm aus der Realität.
‚Minnesota, WI‘ lässt einen zunächst einmal überrascht zurück, wechselt Vernon zu Beginn unerwartet von seinem üblichen Falsettgesang in einen tiefen Bariton – nur um eine Minute später sein Markenzeichen wieder zum Vorschein kommen zu lassen.
‚Holocene‘ ist ein klassischer Bon Iver-Song – die spärliche Instrumentierung mit einem raschelnden Schlagzeug und Akkustikgitarren, einem dezenten Piano und einigen Bläsern im Finale lässt genügend Raum für Vernons Stimme, die diesen Raum dominiert, ja trotz ihrer Tonlage völlig ausfüllt, und eine dieser Wahnsinnsmelodien.
‚Calgary‘, die erste Singleauskopplung, bezaubert vor allem durch den sphärischem Gesang Vernons nebst einer überaus simplen Instrumentalbegleitung, die die Wirkung eben des Gesangs absolut unterstützt – weniger ist eben meistens mehr: trotz der spärlich eingesetzten Instrumente ist der Song ganz grosses Kino.
‚Beth / Rest‘, der letzte Song des Albums ist ein von den 80er Jahren inspirierter Ohrwurm, für den sich so mancher Songwriter sicherlich Hand oder Fuss abhacken würde. Und daran ändert auch das kitschige Saxophon, die E-Gitarre und das Eighties-Keyboard nichts.

Kann man Vernon glauben, hat es ihn ganze 3 Jahre gekostet, diese 10 Songs zusammen zu bekommen – das Komponieren scheint ihm nicht so leicht von der Hand zu gehen. Doch wenn ein wunderbares Album wie dieses dabei heraus kommt, warten wir gerne auch etwas länger darauf. Vernon schafft es, seine Musik ausgehend vom gefeierten Debütalbum weiterzuentwickeln und scheint als Musiker gewachsen zu sein. Ein durchweg großartiges Album.

Bon Iver – Bon Iver
Vö: 17. Juni 2011 (4AD/Beggars Group/Indigo)
www.boniver.org
www.myspace.com/boniver

httpvh://www.youtube.com/watch?v=0KrmxavLIRM&feature=relmfu

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