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Veröffentlicht am 19.06.2011 | von Laura

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WU LYF – Go Tell Fire to the Mountain

The fire starts
Can you hear the sound?
Of the kids all calling‘
I won’t hold this crown

(Wu Lyf – Dirt)

Go Tell It on the Mountain, over the Hills, and Everywhere: Das WU LYF Album ist endlich da! Und was das mystische Kollektiv aus Manchester als Erstlingswerk abliefert, verleitet nicht nur ob der stilistischen Nähe des Albumtitels zu einem alten amerikanischen Folk-Song zu euphorischen Ausrufen dieser Art. Was vor einigen Monaten von diversen Gerüchten geschürt als Schwelbrand im Netz begann, ist längst zum ausgewachsenen Hype entflammt. Dass die entgegengebrachte mediale Aufmerksamkeit als durchaus berechtigt zu betrachten ist, zeigt nun spätestens ‚Go Tell Fire to the Mountain‚.

Die Erwartungshaltung hätte höher nicht sein können: Nicht nur, dass die Band ihre Wurzeln ausgerechnet in der Manchester-Underground-Szene hat; das klassische Programm geschickter Selbstinszenierung – eine junge, bei öffentlichen Auftritten mit weißen Tüchern maskierte Band verweigert sämtliche Interviewanfragen und zunächst auch die Veröffentlichung von Tonträgern – tat ihr Übriges den Nerv der Zeit zu treffen. Hinzu kamen geheime Botschaften an Manchesters Hauswänden, das hippe (siehe auch DMD KIU LIDT und OFWGKTA) Bandnamen-Akronym (WU LYF steht für World Unite/Lucifer Youth Foundation) und die catchy Vice-Ästhetik des Homepage-Artworks.

Spätestens mit Erscheinen des Albums hat die Entmystifizierung natürlich eingesetzt; so ist zum Beispiel inzwischen raus, dass Warren Bramley, der Manager der Band und ehemaliger Mitarbeiter von Factory Records nebenher die Marketingfirma Four23 betreibt und ein nicht ganz unbeschriebenes Blatt in Sachen Promo-Aktionen ist. Dieserlei Vermarktungsstrategien dürften aber spätestens seit den 70ern keine ernstgemeinten Entrüstungsstürme mehr auslösen und außerdem muss man sich an dieser Stelle wohl auch die Frage stellen, welche Rolle solche Enthüllungen eigentlich spielen. Im Falle von WU LYF tatsächlich eine Untergeordnete. Das Album ist nämlich derart großartig, dass es schlichtweg unwichtig ist, ob das Gesamtkonzept nun einem schöngeistigen Kollektiv junger Musiker entsprungen ist oder von einem ambitionierten Manager in die Welt entsandt wurde:

Aufgenommen wurde ‚Go Tell Fire to the Mountain‘, ganz und gar nicht infernalisch, in der St. Peter’s Church in Manchester. Der so entstandene Sound, getragen von Trommeln, Orgeln und einer Menge Hall klingt gleichzeitig neu und doch bekannt; eine Art Verfeinerung oder Überhöhung altbewährter Strukturen.
WU LYF klingen, als hätten sie reichlich den Lo-Fi Spirit des vergangenen Sommers inhaliert und erinnern ein bisschen an eine Art zornige Version der Future Islands. Der kratzig-verwaschene Gesang von Sänger Ellery Roberst verleiht dem Ganzen einen ungeschliffenen, rauen Unterton.
Unangefochtene Hymne des Albums ist zweifelsohne ‚Dirt‚, das mit seinem grollend-lockenden Trommelrhytmus und dem am Song-Ende wieder und wieder vorgetragenen Ausruf „world unite“ wie die Essenz aus dem Konzept WU LYF erscheint. Insbesondere Dirt; aber eigentlich das gesamte Album strotzt nur so vor „Zeitgeistiness“; vielleicht kann man bei der Musik der Engländer eher von einem vertonten Lebensgefühl sprechen, einer intonierten Geisteshaltung ; etwas, das vielleicht zuletzt Animal Collective mit ‚Merriweather Post Pavilion‚ gelang.

WU LYF – Go Tell Fire to the Mountain
VÖ: 10. Juni 2011 (Lyf Recordings)
www.wulyf.org

httpvh://www.youtube.com/watch?v=pDTEhWO2wyo

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