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Veröffentlicht am 6.10.2011 | von Fred

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WE WERE PROMISED JETPACKS – In The Pit Of The Stomach



We act alone

We act on impulse
We always talk of death

(We Were Promised Jetpacks – Act on Impulse)

We Were Promised Jetpacks gehören mit Frightened Rabbit und The Twilight Sad zum schottischen Indie Triumvirat. Gesigned sind alle drei Bands auf dem Label Fat Cat Records und alle suchen sie das eine: Katharsis, die in emotionaler und kräftiger Indie Musik zum Ausdruck gebracht wird. Auf dem Debüt der We Were Promised Jetpacks nahm man ihnen diese ständige Bemühung auch ab: Die Jetpacks gehörten im Jahr 2009 in jede gut sortierte Plattensammlung. Selten war 2009 ein Debüt so fesselnd und so kraftvoll wie These Four Walls. Emotionen, klassischer Indie Rock und Adam Thompson schottischer Akzent fusionierten zu einem musikalischen Orgasmus. Ihre neue LP ‚In The Pit Of The Stomach‘ wurde in Sigur Ros‘ berühmten Pool Studio auf Island aufgenommen, abgemischt wurde es von Peter Katis (Interpol, Frightened Rabbit, The National und The Twilight Sad). Wie so oft stellt sich die Frage, ob es einer Band gelingt die Erwartung nach einem sehr guten Debütalbum zu erfüllen.

Der Opener ‚Circles and Squares‘ hätte auch auf dem Vorgängeralbum erscheinen können. Dynamische Soundverläufe, rasselnde und klimpernde Becken und treibende Gitarren lassen einen Song entstehen, der mit seiner kraftvollen und ehrlichen Art Anhängern des ersten Albums gefallen wird. Doch natürlich sind We Were Promised Jetpacks in einer fortwährenden Entwicklung und auch die letzten zwei Jahre Tour hinterliessen ihre Spuren. ‚Circles and Squares‘ ist ein Song, der für die Bühne geschrieben wurde und sich dort am wohlsten fühlt. Doch es geht auch anders: ‚Medicine‘ und ‚Picture of Health‘ schmeicheln sich beim Hörer zuerst mit rauen Hooks ein, die gerne und häufig wiederholt werden. Repetition ist das Stichwort: ‚These Four Walls‚ lebte von seinem abwechslungsreichen Sound und Tempo. Ständig veränderte sich der Song, um Emotionen besser herauszuarbeiten und geniale Spannungsbögen zu zaubern. Songs, wie das achtminütige Glockenspiel-Opus ‚Keeping Warm‘ findet man auf ‚In The Pit Of The Stomach‘ leider nicht, die Tracks wurden insgesamt kompakter und geradliniger. Dann ist da noch das wütende Doppel in Form der Tracks ‚Boy In The Backseat‘ und ‚Human Error‘. Beide Tracks beenden das Album mit einem eindrucksvollen Aufschrei. Versagen, Kampfgeist und Mut werden zu zentralen Themen. Auch der letzte Song ‚Pear Tree‘ schlägt thematisch in diese Kerbe, schwillt in den letzten vier Minuten immer weiter an und und ist ab da praktisch ein einziger Build-Up. Ein kluger Schachzug und ein Ende, das man wohl gebührend nur mit den Wörtern „Out with a bang“ beschreiben kann.

‚In The Pit Of The Stomach‘ ist ein gutes Album, das jedoch deutlich unter seinem starken Vorgänger zu leiden hat. Trotz atmosphärischen Gitarrenwänden, spannungsaufbauenden Melodiebögen und dem einprägsamen Gesang von Adam Thompson springt der Funke nicht in allen Songs über. Jedoch sind einige der Songs für Konzerte konzipiert und deshalb sollte man sich We Were Promised Jetpacks unbedingt live anschauen. Da gibt es ja auch die Hits vom ersten Album noch gratis obendrauf. Einen Stream zu ‚In The Pit Of The Stomach‘ hat The AV Club hier für euch . Viel Spaß!

We Were Promised Jetpacks – In The Pit Of The Stomach
VÖ: 7. Oktober 2011 (Fat Cat/ Rough Trade)
www.wewerepromisedjetpacks.com
www.myspace.com/wewerepromisedjetpacks

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Über den Autor

Fred ist 32 Jahre, wohnt in der Pop-City Damstadt und mag Hunde, Pizza und Musik.



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