Musik

Veröffentlicht am 15.01.2012 | von Lisa

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GOTYE – Making Mirrors

Nachdem sich Gotye mit seinem Herzschmerz-Hit ‚Somebody That I Used To Know‚ auch in Deutschland in die Herzen und auf Platz 1 der Singlecharts gesungen hat und den Song zum neuen Lieblingscoversong aller Amateur-Musiker gemacht hat, bleibt die Frage: Was ist dran am Hype um den in Belgien geborenen Australier, der mit dem aktuellen Album ‚Making Mirrors‚ bereits sein drittes Album veröffentlicht hat und in seiner Heimat einen Musikpreis nach dem anderen abräumt? Zeit also, das Album zum Überhit des neu begonnenen Jahres einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Der erste Song des Albums, ‚Making Mirrors‘, ist bereits das, was man nicht erwartet hat: ein einminütiger, sphärischer Introtrack, auf dem Gotye mit flüsternder Stimme einen auf Björk macht, nur um im folgenden Track ‚Easy Way Out‚ und dem 4. Track, ‚Eyes Wide Open‚ direkt die Richtung zu wechseln. Der Song klingt mit seinen Percussions und dem treibenden Beat, in Verbindung mit der heiseren Stimme des belgisch-stämmigen Australiers wie eine Hommage an Sting und verbreitet durch die Synthies und die Background-Chöre 80er Feeling.

Smoke and Mirrors‚ könnte auch aus einem Tarantino-Film stammen, mit einem sphärischen, langsam anrollenden Beat, der ganz subtil den Klangteppich ausbreitet, auf dem Gotyes Stimme seine Wirkung entfalten kann – um im Schluss dann mit Bläsern die volle Dramatik des Songs zu entfalten: „You’re a fraud and you know it / And every night and day you take the stage / And it always entertains / You’re giving pleasure / And that’s admirable you tell yourself / And so you’d gladly sell yourself to others“ heißt es da.

I Feel Better‚ hingegen ist eine swingende Motown-Hymne, ‚In Your Light‚ wiederum erinnert mit seinen verspielten Gitarrensounds erneut an den 80er-Jahre-Pop von Sting und Konsorten.

Giving Me A Chance‚ ist schließlich ein herzzerreißender Entschuldigungs-Song: „I know I let you down…won’t you give me another chance?“ singt er darin, und nach dem vorhergegangenen Sci-Fi-Popsong ‚State Of The Art‚, in dem er mit elektronisch verfremdeter Stimme Folk und Elektro mischt, als wäre es das Natürlichste der Welt, ist das wohl das letzte, was man erwartet. Aber das ist eben Gotyes Stärke – er macht musikalisch, was er will und das steht ihm auch in den meisten Fällen durchaus gut.

Gotye weiß auf jeden Fall, was er tut und probiert sich immerwährend an den unterschiedlichsten Musikstilen und Instrumenten aus. Langweilig wird es mit ‚Making Mirrors‘ definitiv nicht, auch wenn man sich manchmal einen stärkeren roten Faden wünschen würde. Denjenigen, die sich nur in ‚Somebody That I Used To Know“ verknallt haben, könnte ‚Making Mirrors‘ zunächst vielleicht schwer im Magen liegen – wer dem Album jedoch eine Chance gibt, wird auf jeden Fall positiv überrascht.

Anspieltipp: ‚Save Me

Gotye – Making Mirrors
VÖ: 16. Dezember 2011, Vertigo Berlin
http://gotye.com

httpvh://www.youtube.com/watch?v=8UVNT4wvIGY&feature=relmfu

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