Musik

Veröffentlicht am 8.02.2012 | von Lisa

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PHANTOGRAM – Nightlife

Take this world away
Strangle it with wires for a lifetime
Make a pretty face and say I’m fine
I’m okay
Only in the nighttime

(Phantogram – Nightlife)

Phantogram, das New Yorker Electropo-Duo, das hierzulande leider trotz guter Kritiken für das 2009 veröffentlichte Debütalbum ‚Eyelid Movies‚ noch viel zu unbekannt ist, lässt endlich ein neues Lebenszeichen von sich hören: Am 17. Februar erscheint nun auch endlich in Deutschland die EP ‚Nightlife‚. Und die hat es in sich!

‚Nightlife‘ beginnt schon stark: ‚Don’t Move‚, ein hypnotischen Bastard aus zuckenden Drums, kugeligen Loops und Bläser-Samples, vermischt mit der verführerischen und gleichzeitig geheimnisvollen Stimme von Sängerin Sarah Barthel, zeigt als zweiter Track der 6 Songs starken EP, wo der Hase hinwill. “Keep your body still” schmeichelt Sarah Barthels immer und immer wieder – hilft jedoch nix, bei diesem Beat muss ein jeder Arsch wackeln, ein jedes Tanzbein zucken.

Es folgt ‚Tuning into Stone‚, gesungen hauptsächlich von Partner Josh Carter anstatt nur von Barthel – ein Song, der einen immer mehr hineinzieht in das Zwielicht, das hinter ‚Nightlife‘ steckt: aufreibende Nintendo-Beats vermischen sich darauf mit verzerrten E-Gitarren, die auch von Interpol stammen könnten, und Carters Gesang schnarrt und sträubt sich so lange im Wechsel mit Barthels Gesang, bis der Song schließlich in einem wunderbaren Crescendo-Inferno aufgeht und wie eine Sternschnuppe langsam am Nachthimmel verglüht. “It’s a new day and I’ve got a new way of turning into stone” singt Carter, und damit könnte er Recht haben – der Track, wohl der stärkste der EP, sitzt wie in Stein gemeißelt, jede Note, jeder Beat sitzen an der richtigen Stelle und packen einen an einem Nerv, von dem man vielleicht noch gar nicht wusste, dass er existiert.

Make A Fist‚, darauf folgend, ist ein beatlastiger, nervöser Track, der sich dank Barthels Gesang in schwindelnde Höhen schraubt, nur um dann so abrupt in sich zusammenzufallen, dass es einen beinahe straucheln lässt. Dagegen wirkt ‚Nightlife‚, der Titeltrack der EP schon fast wie ein klassischer Popsong. Eher bandgerecht stratt elektro-lastig instrumentiert, lebt der Song von seiner sphärischen Atmosphäre, die perfekt das dunkle Nachtleben widerspiegelt, in dem diese EP entstanden ist, und man fühlt sich sofort versetzt in dunkle Backstageräume, nächtlichen Tourbusse und verlassenen Autobahnraststätten.

So mitreißend und hypnotisch wirkt auch der letzte Track, ‚A Dark Tunnel‚, der sich dank eines dunklen, metallischen Elektrobeats im Gegensatz zu Barthels hier beinahe elfengleicher Stimme tatsächlich noch ein letztes Mal in allen Gehörgängen aufbäumt, bevor die EP sich dem Ende neigt.

Phantogram nehmen uns mit ‚Nightlife‘ mit an einen durchaus dunklen Ort – der jedoch dank all der bezaubernden Melodien und verspielten Elemente, der vertrackten Ideen der einzelnen Songs einen Zauber entwickelt, der nicht depressiv stimmt, sondern einem warm ums Herz werden lässt. Hören und weiterempfehlen!

Phantogram – Nightlife
VÖ: 17. Februar 2012, Barsuk
http://phantogrammusic.virb.com
www.myspace.com/phantogram

httpvh://www.youtube.com/watch?v=q2RlV6cteiA

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