Interviews

Veröffentlicht am 23.05.2012 | von Dominik

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BURNING EAGLE FESTIVAL – Interview

Nachdem wir zuletzt Festival-Machern vom Phono Pop Festival oder dem Maifeld Derby via Interview-Fragebogen einige Hintergrund-Informationen entlocken konnten, schauen wir heute mal nach Reutlingen, wo seit geraumer Zeit das Liebhaber-Festival Burning Eagle Festival stattfindet. Mit einem April-Termin begann das Indoor-Festival bisher jährlich die Festival-Saison, ab nächstem Jahr wird sich jedoch einiges ändern, strebt man doch eine Vergrößerung, einen Umzug nach draußen und eine Verlegung des Termins an – genug Stoff für ein interessantes Interview, wie wir finden!

1. Steckbrief:

– Name: Burning Eagle Festival
– Gründungsjahr: 2007
– Standort: Reutlingen
– Termin: bisher April, bald Juli oder August
– Preis: TBA
– Besucher: bisher 500, bald 1000

2. Fragenkatalog:

– Aus welchem Grund habt ihr angefangen das Festival zu veranstalten?
Am Anfang war es wirklich nur die Sehnsucht, gute Musik in die Heimat zu bringen. Ein schöner Abend mit Rotwein und guter Musik. Ganz naiv gedacht. Daraus entwickelte sich aber ein Ehrgeiz und eine Leidenschaft. Man musste einfach im nächsten Jahr wieder ein Festival machen. Und dann nimmt ein Festival irgendwann eine Eigendynamik an und wächst. Es ist wie ein Baum, den man pflanzt und ihm beim wachsen zusieht.

– Gab es ein anderes Festival, dass euch als Inspiration diente – welches bzw. aus welchen Gründen?
Am Anfang – ganz ehrlich – wirklich nicht. Und auch jetzt haben wir keine Intention, andere Festivals zu kopieren. Es gibt Festivals, vor denen wir großen Respekt haben – Haldern Pop, Orange Blossom, Phono Pop, Maifeld Derby, Bootboohook, Sound of Bronkow – aber wir machen wirklich unser eigenes Ding und versuchen hier keinen Wettbewerb zu machen.

– Welchem musikalischen Genre würdet ihr euch zuschreiben?
Schwierig. Am Anfang hieß das Festival ja noch „Singer/Songwriter Festival“. Da setzt man sich natürlich Grenzen. Deswegen heißt es seit 2009 auch „Burning Eagle Festival“. WIr haben keine Grenzen, es muss einfach musikalisch gefallen – aber ja, wohl schon eher Folk, Indie, Songwriting.

– Wie kam das erste Mal zustande? Auf welche Probleme seid ihr gestoßen?
Spontane Idee. Gemacht. Fertig. Probleme? Keine.

– Nach welchen Gesichtspunkten habt ihr die Location gewählt?
Das franz.K ist in Reutlingen eine kulturelle Hausmarke! Logistisch und finanziell für ein kleines Festival auch von Vorteil. Es gab schon immer den Traum vom Festival unter freiem Himmel. In einem Zauberwald. Aber sowas muss ja organisierbar sein und auch finanzierbar. Im franz.K konnte das Festival 6 schöne Jahre lang behutsam gedeihen. Ab 2013 geht es dann aber unter freien Himmel.

– Ihr wart eines der ersten Festivals des Jahres – wie lief das Festival in diesem Jahr aus eurer Sicht ab? Was war gut, was verbesserungswürdig?
Das Festival lief super. Wir haben ein tolles Team und ein wunderbares Publikum, das Musik liebt und genießt. Dieser Respekt gegenüber der Musik überträgt sich auf den Musiker und der gibt das gerne zurück. Es ist eigentlich immer ein gemeinsames Festival. Publikum und Musiker werden eins. Gemeinsamkeit ist uns wichtig. Wenn wir das erschaffen, dann wird es magisch. Kann man schwer in Worte fassen. Ist aber, was das Publikum liebt und warum die Zuschauerzahlen ständig wachsen.

– Gab es eine Band/einen Act auf den ihr euch persönlich am meisten gefreut habt? Welchen?
Wir freuen uns auf jeden Act! Keine Floskel – das ist wirklich so.

– Im nächsten Jahr wird sich das Festival wandeln und von einem ein Tages Indoor-Festival zu einem zweitägigen Outdoor-Festival werden – wie wird das ablaufen, welche Änderungen wird es mit sich bringen und aus welchen Gründen habt ihr euch dazu entschieden?
Das wird viel Organisation bedeuten. Viele Hürden müssen noch überschritten werden. Eine finanzielle Grundsicherung muss noch gefestigt werden. Der Traum vom magischen Festival im Zauberwald, den gibt es ja schon immer. Seit 2011 planen wir aber gezielt daran. Dieses Jahr war ja eine Art Brückenfestival. Abschied vom langjährigen Austragungsort feiern, und gleichzeitig für 2013 einladen. Abschied feiern. Wehmut zelebrieren.

– Welche Band/welchen Act würdet ihr euch mal bei eurem Festival wünschen?
Da gibt es viele Bands, die wir gerne einladen würden, damit sie die Stimmung auf unserem Festival erleben. Spontan fällt mir ein: M. Ward, Gisbert zu Knyphausen, Villagers.

– Welche Aspekte sind für euch als Macher bei einem Festival am wichtigsten?
Leidenschaft. Respekt. Gemeinsamkeit. Aber auch Fair Trade. Wir werden ja ein Fair Trade Festival. Reutlingen wurde nun Fair Trade Stadt. Der Partner vom Festival – das better2gether in Reutlingen – ist ein Laden, in dem Fair Trade Mode verkauft wird. Alle Sponsoren, Produkte auf dem Festival müssen unter dieses Siegel fallen.

– Welche Rolle spielt ehrenamtliche Arbeit bei eurem Festival?

Eine sehr wichtige Rolle, gerade jetzt, wo das Festival weiter wächst und größer wird. Wir haben ein tolles Helfer Team. Vielleicht sogar das Beste. Außerdem bekommen wir Unterstützung von unseren Schweizer Freunden von Breathing Hole Booking und deren Kollektiv.

– Wie viele Menschen arbeiten an dem Festival mit?
2013 wissen wir noch nicht genau. 2012 waren es ca. 20

– Welchen Background habt ihr als Macher?

Ich habe 2007 zusammen mit meiner damaligen Freundin einfach mal so aus dem Nichts angefangen, eine Booking Agentur zu gründen. Sie heißt Brenner, ich Adler – somit Burning Eagle Booking. Sie hat sich dann kurz danach getrennt und ich glaube, deshalb habe ich einen besonderen Ehrgeiz entwickelt, um ihr zu zeigen, dass ich es auch ohne sie hinbekomme. Haha. Das ist nicht ganz ernst gemeint.

Learning by doing würde ich mal sagen. Und eben Musik lieben. Es war Hobby, ist aber mittlerweile Full Time. Ich glaube die Balance aus Leichtigkeit und professionellem Denken schätzen viele Bands, Manager, Labels. Außerdem wichtige Aspekte wie Loyalität, Demut, Langfristigkeit, Kommunikation.

– Eure Top 3 Alben aus 2012 bisher? Warum?
Ich bin in sowas ganz schlecht.

– Welcher Song passt zu eurer aktuellen Stimmung?
‚That’s the End of That‘ von Plants & Animals

– Welcher Song bringt euch jedes Mal wieder zum Tanzen?
Karen Dalton – How Sweet It Is

– Wer hat den Fragenkatalog ausgefüllt?
Dennis Adler (CEO bei Burning Eagle Booking)

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