Musik

Veröffentlicht am 18.12.2012 | von Lara

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TAME IMPALA – Lonerism

I know that you think you sound silly when you call my name
But I hear it inside my head all day
Then I realize I’m just holding on to the hope
That maybe your feelings don’t show

(Tame Impala – Feels Like We Only Go Backwards)

Tame Impala kehren mit ‚Lonerism‚ wieder auf die Pfade des Psychedelic Rocks der späten 60er Jahre zurück und schaffen ein buntes Wunderwerk voller treibenden Beats und verspielten Melodien. Tranceartige Sounds sind Dreh- und Angelpunkt dieser Platte und halten den experimentellen Geist des Progressive-Rocks in die Höhe. Da sind Ähnlichkeiten mit der Psychedelic-Phase der Beatles nicht zu überhören, zumal Sänger Kevin Parker wie der John Lennon des 21. Jahrhunderts klingt. Trotz diverser Gemeinsamkeiten mit den Idolen schaffen Tame Impala erneut ein aufregendes Album, das ganz für sich alleine steht.

Wie in eine andere Zeit katapultiert – so klang auch schon das Debüt ‚Innerspeaker‚ des australischen Quartetts. Angelehnt an den Progressive-Sound von Cream, Can und The Doors kreierten Tame Imapla ihr eigenes prägnantes Äquivalent zu ihren Vorbildern aus den 60ern. Verzerrte Klänge, eigensinnige Riffs und packende Melodien sind Tame Imapalas Stärken. So führen sie diese auch auf ihrem zweiten Longplayer souverän fort, wenn auch jetzt ein poppigerer Einfluss vorherrscht. ‚Endors Toi‚ oder ‚Apocalypse Dreams‚ erinnern mit ihrem dominanten Synthies an die experimentelle Phase der Beatles und Pink Floyds Debüt mit Mastermind Syd Barrett. Die Gleichung ist ganz einfach: Voluminöse Synthie-Teppiche plus donnernde Drums und dröhnende Gitarren, Galaktisch bunter Progressive-Rock ist das Ergebnis. Und der befiehlt geradezu zum Träumen. Wie bei einer Wanderung durch Erdbeerfelder, schwebt das Stück ‚Nothing That Has Happened So Far Has Been Anything We Could Control‚ in seiner poppigen Leichtigkeit im Himmel sphärischer Klänge. Musikalisches LSD gefällig?

Auch der Bluesrock vom Debüt ist immer noch an manchen Stellen hörbar. ‚Elephant‚ als rauester Track der Platte vereint harte Gitarrenriffs mit dem Glanz des Glam-Rocks der 70er Jahre. Dem Titel der Platte zu entnehmen ist ‚Lonerism‘ nicht nur ein Trip zurück in die 60er, sondern auch nach innen. Kevin Parker textet über Einsamkeit und Verfremdung: “And I know that I gotta be above it now, and I know that I can’t let them bring me down, and I gotta bite my tongue as a face in the crowd, and I know that I gotta be above it now”, heißt es im Opener ‚Be Above It‚, das durch seinen abgehackten Rhythmus erst einen etwas hektischen Einstieg vollzieht, bevor es in plätscherndes Synthie-Gewebe aufgeht. Tame Impala verstehen es, konstant mit ihrem psychedelischen Sound den Zuhörer in eine parallele Welt der Klänge zu führen. ‚Lonerism‘ ist eine Art ‚Magical Mystery Tour‚ des jetzigen Jahrhunderts – voller magischer Momente. Das großartige ‚Feels Like We Only Go Backwards‚ verinnerlicht dieses Sich treiben lassen und kurze Zeit hat man das Gefühl, die Welt bleibe für einen gewissen Moment stehen. Wie bei ‚Fool On The Hill‚ (The Beatles) vertont das Stück den langsamen Rhythmus der Bewegung, nur rückwärts. Obwohl die Ähnlichkeit zu den Beatles mit dieser Platte auffällig wird, wäre es falsch, die Australier als Kopie anzusehen. Ihr Sound ist quasi eine Fortführung des experimentellen Unterfangens der späten 60er hinein in das moderne 21. Jahrhundert. Mit ihrem zweiten Album gelingt es Tame Impala, endgültig ein harmonisches Opus des Psychedelic-Rocks zu erzeugen, dank ihrer Affinität für spektakuläre Klanggewölbe. Retro ist jetzt nicht mehr nur cool, sondern ein Muss.

Tame Impala – Lonerism
VÖ: 05. Oktober 2012, Modular
www.tameimpala.com
www.facebook.com/tameimpala

TAME IMPALA- Feels Like We Only Go Backwards from Becky & Joe on Vimeo.

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