Musik

Veröffentlicht am 22.03.2013 | von Lara

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CARGO CITY – Talking To Myself

CARGO CITY - Talking To Myself CD-Kritik

`I follow down the city lights
Dowtown where the kids unite
There´s one person that might be alone
It´s just me and my headphones´

(Cargo City – Me And My Headphones)

Nach ihrer rockig-elektronischen Platte ‚Dance/Sleep‚ melden sich Cargo City nach zwei Jahren mit ihrem vierten Longplayer zurück. ‚Talking To Myself‚ liebäugelt mehr mit entschleunigten Gitarren-Songs und zurückhaltenden Percussions. Mag sein, dass sich das Quintett aus Frankfurt mit seinen überwiegend gezupften Akustik-Songs zur Ruhe kommen will. Wirklich aufregend klingt das Album aber leider nicht.

Spielte ‚Dance/Sleep‘ noch mit elektronisch-düsteren Pop-Elementen, klingt die neue Platte meistens durchgängig monoton. Das Grundschema ist immer das Gleiche: Auf so gut wie jedem Song zupfen die Gitarren, das Schlagzeug kommt fast nie richtig zum Einsatz, das Keyboard ertönt mal dazwischen und Sänger Simon und Keyboarderin Nadine singen fast ausschließlich im Duett. Wo bleibt das fetzige Zusammenspiel von Gitarren, Keys und Drums? Was sonst gut auf den letzten Alben klappte, fehlt hier die meiste Zeit. Lange dauert es, bis auf der Platte bisschen Bewegung hereinkommt. Zwar ist die erste Auskopplung ‚Me and My Headphones‚ eine eingängige Gitarrenpop-Nummer, aber auch hier fehlt die Dynamik.  Nach sehr unscheinbaren Balladen wie ‚Wait For You‚ und ‚Oh No Alex‚ ist der Track ‚Up!‚ der erste, bei dem Percussions mehr zum Einsatz kommen. Auch auf ‚Shrug Your Shoulder‚  wagen Cargo City etwas mehr und spielen Basslastigen Indie-Pop. Trotzdem wartet man insgesamt auf schnellere Rhythmen und stärkeres Zusammenspiel der Instrumente im Laufe der Platte.

Auffällig ist der Duett-Gesang von Simon und Nadine, der einen Großteil des Albums einnimmt. Beide Stimmen ergänzen sich, wenn auch dadurch die Songs noch mehr an Ecken und Kanten verlieren. Konrads raue Stimme klingt alleine eben intensiver. Textlich kratzen Cargo City leider komplett an der Oberfläche, was man nach vier Alben nicht erwartet hätte. Die Songs handeln von Kunst, Musik und Alltag, jedoch ohne eine Tür für eigene Interpretation offen zu halten. Lyrics wie ‚It´s just me and my headphones (…). „I´m about to disconnect and you´re alright with that.‘ oder ‚Dead Animals At The Roasdside‘  im Wiederholmodus lassen an Originalität zu wünschen übrig.  Zu offensichtlich und manchmal auch banal. Vielleicht wollen Cargo City mit ‚Talking To Myself‘  ihren Sound etwas reduzieren, um ihn dadurch zu optimieren. Beim Ergebnis mangelt es jedoch oft an Variation und Tiefe. Eins ist trotzdem sicher: Steigerungspotenzial ist nach wie vor vorhanden. Cargo City können es besser. Keine Ruhe, sondern Energie bitte.

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Cargo City – Talking To Myself
VÖ: 22. März 2013, Rebecca & Nathan
www.cargocitymusic.com

 

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