Musik no image

Veröffentlicht am 12.05.2014 | von Carmen

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MANDO DIAO – Aelita

Winter, slowly round my mind
I heard you’re doing fine,
I heard you got a son and haven’t named him
Do you wanna know my name
I told you many times before
Did I scream enough?
Did you hear me?

(Mando Diao – Make You Mine)

Nach einiger Abstinenz melden sich Mando Diao mit einem neuen Album zurück. ‚Aelita‚ heisst das Werk und nicht nur das Albumcover versetzt zunächst in Stirnrunzeln. Gustaf Norén und Björn Dixgard sind ja bereits für Überraschungen bekannt. Nach ‚Give Me Fire‚ einem grandioses Indie-Rock Album mit anschließender Unplugged Albumversion, folgte 2012 mit ‚Infruset‚ eine Art musikalische Lyriksammlung in schwedischer Muttersprache. Zwischendrin gab es noch ein Gastspiel beim Nebenprojekt Caligola und jetzt also Back to Mando Diao. Wobei man nicht von „back“ sprechen kann, denn was wir auf ‚Aelita‘ zu hören bekommen, ist weit entfernt von den bisherigen Mando Diao Klängen. Vielleicht auch deshalb tut man sich so schwer mit dieser Platte. Wer es noch nicht wusste, wird spätestens nach dem Hören des Albums wissen, in welchem Jahrzehnt die Jugend der Band stattfand-genau es waren die 80er.

‚Aelita‘ ist der Name einer alten Synthieorgel, die Mando Diao für die Produktion der Scheibe ausgiebig nutzten. Daher gibt es auch 10 Songs unterschiedlichster Variation von Retro-Synthie-Pop. Die Singleauskopplung und gleichzeitig der Album-Opener ‚Black Saturday‚ lassen noch erahnen, welche Musik Mando Diao bislang machten. Doch auch hier bollert schon der synthetische Beat, plätschert eine Elektromelodie gepaart mit Retro-Rock Gitarren, dass man meint, die Pop-Rock Pioniere von INXS seien wieder auferstanden. Auch der teilweise sarkastisch rachsüchtige Text „I can see you’re choking, I hope you choke yourself to death“ kann an dem leicht zuckrigen Eindruck nichts ändern. Und leider geht es auf der Platte immer weiter mit dem Retro-Sound. ‚Rooftop‚ wabert untermalt von einem Frauenchor mit künstlich erzeugtem Violin-Gefiedel knappe 5 Minuten vor sich hin. Es folgt mit ‚Money Doesn’t Make You Man‚ eine Hommage an die wohl erfolgreichsten New-Wave-Pop Vertreter Skandinaviens – richtig es klingt tatsächlich im Intro schwer nach A-ha. Und wir sprechen immer noch über die neueste Platte von Mando Diao! Weiter geht es mit ‚Sweet Wet Dreams‚, die derzeit bei Mando Diao anscheinend aus gefakten spanischen Akkustikgitarren und Synthie-Orchesterbegleitung bestehen.

Was haben sich die Jungs dabei gedacht haben?„, fragt man sich mehrfach beim Hören des Albums. Auch die heutzutage eher unüblichen (Über-)Längen einiger Songs von Sieben Minuten (‚Baby‚, ‚Child‚) oder gar Acht Minuten (‚If I Don’t Have You‚), die durch endlos sich wiederholende Instrumentalparts entstehen, retten den Gesamteindruck leider nicht. Mit dem etwas über 6-minütigem ‚Make You Mine‚ endet das Album, dann mit einem weiteren scheinbar niemals enden wollenden Elektroloop.

Mando Diao verlangen mit ‚Aelita‘ nicht nur ihren Fans einiges an Durchhaltevermögen und Toleranz ab. Vielleicht ist es auch einfach nur der Midlife-Crisis der Herren Noren und Dixgard geschuldet, dass ein so zuckersüss elektronisches Retroalbum entstanden ist, bei dem man zumindest mit offenem Mund und Kopfschütteln zurück bleibt.

2von5

Mando Diao – Aelita
VÖ: 02. Mai 2014, Vertigo Berlin/Universal
www.mandodiao.com
www.facebook.com/mandodiaomusic

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