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Veröffentlicht am 29.09.2015 | von Christian Weining

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BOY – We Were Here

Boy - We Were Here CD-Kritik

If I knew how I’d calm your nerves
I’d soothe your soul and I’d clear your sight
Oh I would fix you
I’d put things back in place and wave goodbye to nightlong days

(Boy – Flames)

Ganze 4 Jahre haben sich die Mädels von Boy Zeit gelassen um ihre Fans mit einem neuen Album zu beglücken. Fans haben sie seit dem tatsächlich genug gewonnen und sind in allen Himmelsrichtungen von den USA bis Japan unterwegs gewesen. Das Debut Album ‚Mutual Friends‚ war ein großer Erfolg. Nun ist ‚We Were Here‚ ebenfalls bei Grönemeyer’s Grönland Records erschienen. Jeder Musikliebhaber kennt den Ärger darüber, dass das neue Album der Lieblingsband, auf das man schon so lange gewartet hat, so anders und nicht mehr so cool und so echt ist wie das erste.

Bei diesem Werk kann man sich sehr darüber streiten, ob es eine neue Richtung bei Boy gibt oder nicht, beziehungsweise wie weitreichend sie ist. Ganz eindeutig ist, dass sie von viel Akustik zu mehr Band und Arrangement gegangen sind. Dies hört man gleich im ersten Track, dem Titelsong ‚We Were Here‚, der hinter impulsivem Schlagzeug fast ständig von großflächigen Sounds unterstützt wird. Und trotzdem unverkennbar durch die wunderschöne klare Stimme von Valeska Steiner und die eingängige Melodie ein „echter“ Boy Song ist. ‚Rivers and Oceans‚ bleibt in diesem poppigen Stil ist dann aber schon etwas zurückhaltender. ‚Hit my Heart‚ überrascht musikalisch etwas, ist es doch schon ziemlich tanzbar. Eine der wenigen Abwechslungen auf dem Album. Dann folgt ‚New York‚, ein Lied über Freundschaft mit der aussagekräftigen Zeile: „And the truth is, I was wrong when I said I was bored. Any street that I’m walking on with you. Anywhere with you could be New York.“ Der fünfte Song ist ‚Hotel‚. Interessant ist, dass er an den fünften Titel des letzten Albums erinnert, nämlich ‚Drive Darling‚. Von der Gitarrenlinie, vom Aufbau und auch im Refrain die Wiederholung des Titelnamens. Ob er auch wieder als Single erscheint? Schön ist er auf jeden Fall.

No Sleep‚ überzeugt weniger, ist irgendwie langweilig, obwohl es doch um das aufgeregte Gefühl von etwas bevorstehendem Neuem geht. ‚Fear‚ ist eine Ansage gegen die Angst und ist dementsprechend eher bestimmter. „All my love against your fear. We’ll find a way to shut its hungry mouth, change the locks and chase it out. I’ll shoot you till it disappears“. Wieder viel Band und verhältnismäßig viel Klangmasse. Macht Spaß! ‚Flames‚ als vorletztes Stück beginnt sehr ruhig mit einem zweistimmigen, chorsatz-artigem Intro. Melodie können Sie wirklich gut und die Hilflosigkeit einem lieben Menschen zu helfen, die sie hier besingen, kommt hier in jeder Sekunde durch. Hut ab! Das letzte Lied ist dann ‚Into The Wild‚. Diese Vorstellung wird ja in Film und Musik nur allzu gerne aufgegriffen und auch Boy meistern diese Aufgabe mit einer akustischen Gitarre, viel Herzschmerz und wenig Schick Schnack.

Es sind nie die ganz tiefen menschlichen Abgründe oder Sorgen die von der Hamburger Band verarbeitet werden. Oder vielleicht doch, dann aber eben nicht so düster und sie selbst betonen immer wieder, dass sie dabei auch ganz viel Hoffnung und Positives vermitteln wollen. Das können Sie eben. Wer das Akustische vom Debütalbum mochte, wird bei ‚We Were Here‘ jedoch nicht unbedingt auf seine Kosten kommen. Das ist schade, aber dafür ist das Album stimmig mit vielen schönen Momenten, wenn auch nicht grade eine Überraschung und leider auch nicht bestimmt aus dem sonstigen Mädchen-Pop-Genre herausragt. Ob das sein muss, muss jeder selber entscheiden.

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Boy – We Were Here
VÖ: 21. August 2015, Grönland Records
www.listentoboy.com
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