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Veröffentlicht am 18.02.2016 | von Sophia Sailer

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RA RA RIOT – Need Your Light

Ra Ra Riot - Need Your Light

So I crawled out of the back door
Took off all these tight clothes
Jumped into the water
So I crawled out of the back door
Took off all these tight clothes
Jumped into the water

(Ra Ra Riot – Water)

Die Ra Ra Riots können die Füße nicht still halten: Sie veröffentlichen diese Tage ihre neue Platte ‚Need Your Light‚, obwohl sie eigentlich angekündigt hatten, nach ihrem letzten Album ‚Beta Love‚ eine Pause einzulegen. Als zuvor die Cellistin die RRR’s verließ, wurden die Karten neu vergeben, da die Band musikalisch eine 180°-Wendung hinlegte, trotz der guten Positionierung durch ihren orchestralen Barockpop-Stil. So lassen sie sich heute aufgrund eines Sounds, der einige Gemeinsamkeiten mit Two Door Cinema Club hat und gefährlich gen Radio taumelt, eher dem Synthpop zuordnen. Mit dem neuen Album werden zuvor beschrittene Trampelpfade zementiert indem es sich als stilistische Fortsetzung der letzten Platte versteht.

Eröffnet wird das Album mit dem poppigen Song ‚Water‚, der bereits als Vorabsingle erschienen ist. Es ist eines der entspannteren Lieder der Platte, welches durch seinen groovigen Sound direkt ins Ohr geht. Besonders die Textzeile „Don’t punish me for what I feel“ wird keiner mehr so schnell los. Es folgt ‚Absolutely’, in dem es heißt: „It’s the year of absolutely being absolutly nothing / absolutely crushing absolutely everything / absolutely loving absolutely loving absolutely“ – eine von jugendlicher Leichtigkeit und Naivität strotzende Liebeserklärung an das Leben, welche sich passend in das Gesamtbild der Platte fügt, die sich gänzlich der beginnenden Adoleszenz widmet und damit Themen wie die erste Erektion (‚Bouncy Castle‚) und Internet-Beziehungen (‚Foreign Lovers’) auf lockere, selbstironische Weise behandelt.

Eine erfrischende Abwechslung zu den Songs, welche hauptsächlich durch schnelle Beats, Synthesizer und die hohe Stimme des Sängers Wes Miles punkten (‚Bad Times’, ‚Water’, ‚Bouncy Castle’), bringt ‚Everytime I’m Ready To Hug’, das Disco-Elemente, Gitarrenriffs und schiebende Bässe vereint. Dabei überrascht es mit einer nicht ganz so hohen Tonlage des Sängers, wodurch das Lied indie-mäßig und sympathisch kantig klingt.

Trotz der ganzen Veränderung können Ra Ra Riot nicht auf Streicher-Elemente verzichten, welche in ‚Suckers’ leider mehr Accessoire sind und irgendwie deplatziert wirken. Das macht das abschließende Lied der Platte nicht spannender, denn die sich wiederholende Melodie klingt bekannt und sehr radio-mäßig; man vermisst das gewisse Etwas und einen Höhepunkt des Liedes. Ein schwaches Ende für ein sonst starkes Werk.

Es wird strikt eine Schiene gefahren: Eine Mischung aus programmierten Drums und roughen Schlagzeug, spielerischen Melodien und leichten, jugendlichen Lyrics vereinen sich zu Gute-Laune-Songs im Party-Gewand. Das ist durchaus unterhaltsam, wird aber nach einer Weile etwas anstrengend und eintönig. Man sehnt sich nach einem Gegengewicht, wie es teilweise in ‚Everytime I’m Ready To Hug’ und ‚Water’ aufblitzt. Insgesamt trotzdem ein sehr energetisches Werk, das mit voller Wucht die Brücke zwischen Disco, Pop und Indie schlägt und damit nicht nur einen Ohrwurmkanditaten mit sich bringt, die ihre Wirkung besonders einzeln und nach mehreren Durchläufen entfalten.

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Ra Ra Riot – Need Your Light
VÖ: 19. Februar 2016, Barsuk
www.rarariot.com
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