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Veröffentlicht am 4.02.2016 | von Sophia Sailer

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THE JEZABELS – Synthia

Don’t tell me to smile 
Don’t ask why I frown 
Don’t tell me to smile 
If you don’t know me, brother

(The Jezabels – smile )

Nach nur einem Jahr Pause zu vorigen Platte ‚The Brink‚ veröffentlichen The Jezabels ein neues Album: ‚Synthia‚. Die 2007 in Australien gegründete Band, bestehend aus Hayley Mary (Gesang), Samuel Lockwood (Gitarre), Heather Shannon (Keys) und Nik Kaloper (Drums) überzeugte stets durch soliden, jugendlichen Indie-Rock, was sie nicht nur zur Vorband von ‚Tegan and Sara‚ machte, sondern auch Grund für Chartsplatzierungen in Deutschland und Australien war. Doch die Single ‚Come alive‚ ließ bereits erahnen, dass es auf der neuen Platte weitaus elektronischer zugehen wird, als bisher. Nur eine weitere Indieband, die sich in eine Serie von Musikern einreiht, die in den letzten Jahren zum Elektropop konvertierten?

„Heather had a couple of new sythesizers so a lot of ideas were coming from her and then we’d build songs around them“ – Und das hört man dem Album an. Es wurde viel herum probiert, nicht nur in Form von dominanten Synthies, auch mit ausgefallenen Melodien (‚My Love is my disease‚), neuen Song-Strukturen (‚Stand an deliver‚) und der Verfremdung von Haleys Stimme (‚A Message from my mothers passed‚). Gerahmt wird das Ganze von ‚Stand and deliver‚ und ‚Stamia‘, welche mit 7 Minuten Dauer nicht nur die längsten, sondern auch die ruhigsten und zugleich elektronischsten Songs des Albums sind.

‚Stand and deliver‘ macht sich gut als verträumter Auftakt einer Platte, da die ersten drei Minuten des Lieds – mit Ausnahme von wenigen Zeilen Sprechgesang – hauptsächlich instrumentaler Natur sind, wodurch er sich zu den anderen Songs des Albums unterscheidet. Aber auch ,A Message from my mothers passed‘ löst sich größtenteils von gewohnten Strukturen, indem gänzlich auf hervorstechende Refrains und Strophen verzichtet wird. Der Song baut sich fortschreitend auf und gipfelt letztendlich in einem opulenten Zusammenspiel aus Synthies, Hayleys Stimme und schnell gespielten Drums. Diesem Muster folgt auch ‚Come alive‚, wohingegen ‚If Ya want me‚, ‚My Love is my disease‘ und ‚Flowers in the attic‚ ganz klar gegliedert und mit ihren markanten Refrains die Ohrwurm-Kandidaten der Platte sind.

Ergebnis ist ein weitaus epischeres, düsteres und zugleich poppigeres Album, das nicht mehr die von den Jezabels gewohnte Sommerlaune verbreitet, sondern eine beinahe mystische Stimmung ausstrahlt. Leider wirkt die Platte an einigen Stellen aufgrund von sich jagenden Höhepunkten etwas überladen. Man hat teilweise das Gefühl, dass dem Album an manchen Parts ein bisschen weniger gut getan hätte, da die einzelnen energetischen Elemente – seien es Drums, Synthesizer oder Gitarren – sich gegenseitig zu sehr überlagern. The Jezabels haben mit ‚Synthia‘ einen Schritt in eine neue musikalische Richtung gewagt und bewiesen, dass sie mehr können, als nur Gute-Laune-Indie. Wie man diese Entwicklung finden mag, bleibt wohl Geschmackssache, aber wer ein Album in alter Manier erwartet, wird hier somit nur bedingt fündig.

The Jezabels – Synthia
VÖ: 12. Februar 2016, Caroline (Universal Music)
http://thejezabels.com
www.facebook.com/TheJezabels

 

 

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