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Veröffentlicht am 29.04.2016 | von Lisa

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FRIGHTENED RABBIT – Painting Of A Panic Attack

Frightened Rabbit - genug Pause

I want to die like a rich boy drowning
In a lake that bears my name
You can die like a rich girl by me
Flushed and radiant with fame..

(Frightened Rabbit – Die Like A Rich Boy)

Painting Of A Panic Attack‚, das 5. Studioalbum von Frightened Rabbit, das vor kurzem erschienen ist, ist das erste Album für dessen Entstehungsprozess sich Frontmann Scott Hutchinson nicht in seiner Heimat, dem regnerischen Schottland aufhielt, sondern sich stattdessen im Palmengeschmückten Los Angeles befand – einem Ort, dem er seiner Beziehung gefolgt war. Nun mag man sich fragen, ob diese sonnigen Umstände auch die musikalische Orientierung der Band beeinflusst haben..?

Die Antwort ist ganz klar nein. Frightened Rabbit machen jetzt nicht auf einmal Beach-Pop. Stattdessen haben sie sich mit The Nationals Aaron Dessner zusammengetan, der das Album produziert und sich an den Keyboards ausgetobt hat, und haben mit ‚Painting of a Panic Attack‘ einmal mehr ein sehnsüchtiges und sinnsuchendes Album voll schottischer Indie-Hymnen aufgenommen. Der Opener ‚Death Dream‚ ist direkt einer der stärksten Songs des Albums – eine somnambule Ballade voller Weltschmerz, die – zugegebenermassen – heftig an The National erinnert. Das zackige ‚Get Out‚ das darauf folgt, bildet aber sogleich die perfekte Überleitung zur düsteren Hymne ‚I Wish That I was Sober‚, in der Hutchinson fast schon resigniert seinen stetigen Wegbegleiter beschwört: “Fall prey to the blizzard head / Wrapped my hand around the glass again / We all thought that I might change as I got older..

Songs wie das nachfolgende ‚Woke Up Hurting‚, das brachial-melodiöse ‚An Otherwise Disappointing Life‚ oder das zackig-rockende ‚Break‚ schlagen in die gleiche Kerbe: knackige Drums und düstere Gitarrenriffs treffen auf den wehmütig-warmen Gin-getränkten Gesang von Hutchinson, und jeder, der schon einmal an der Welt um sich herum verzweifelt ist, wird sich hier zu Hause fühlen. Das Rad wird dabei sicherlich nicht neu erfunden, aber es scheint, als wüssten Frightened Rabbit einfach nach 4 Alben, was sie am besten können. Und daran ist ja auch erst einmal nichts auszusetzen.

Besondere Stärke muss man hier definitiv den Lyrics von Hutchinson zusprechen – seine Texte sind stets greifbar, menschlich in ihrer Emotionalität, und erleichtern es dem Hörer, sich mit Haut und Haar in die Songs zu werfen. Und so endet das Album mit ‚Die Like A Rich Boy‚ mit einem wunderbar melodiös-traurigen Schunkler (im allerbesten Sinne!) – und wir gieβen uns erstmal einen kräftigen Gin & Tonic nach.

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Frightened Rabbit – Painting Of A Panic Attack
VÖ: 8. April 2016, Warner
www.frightenedrabbit.com
www.facebook.com/frightenedrabbit

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