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Veröffentlicht am 23.06.2016 | von Jonathan Hirschhäuser

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STILL PARADE – Conrete Vision

Still Parade - Concrete Vision CD-Kritik

And I ask myself why
We keep wainting for someone
And it is never enough
For a concrete vision
And I held my head high
Andi t was all an illusion
And we pretend to know why
While we keep wainting for someone

(Still Parade – Concrete Vision)

Still Parade ist das Ein-Mann-nimmt-in-seinem-Schlafzimmer-Musik-auf-Projekt von Niklas Kramer. Der Berliner hat nach einigen Jahren des Reinschnupperns in die hiesige Indieszene nun sein sehnsüchtig erwartetes Debütalbum ‚Concrete Vision‚ herausgebracht. Hat er mit seinen bisherigen EP-Veröffentlichungen und zahlreichen Konzerten schon sein Können unter Beweis gestellt, so zeigt Kramer auch auf Langspielplatte, dass man ihn nicht als blutigen Anfänger bezeichnen kann. Der Mann beherrscht all seine Instrumente exzellent. Die sphärischen Gitarren und Synthesizer sind in ein entspanntes Wechselspiel verflochten. Der treibende Bass sorgt dafür, dass den verträumten Songs nicht die Struktur fehlt und sie langweilig werden könnten. Das akzentuierte Schlagzeug lädt zum Tanzen ein. Durch das hervorragende Songwriting ist ein Album entstanden, dass auch von Genregrößen wie Tame Impala stammen könnte. Überhaupt erinnert Kramer stark an sein australisches Pendant, Kevin Parker. Songs wie das Titelstück könnten durchaus auch aus Down Under stammen. Wo bei Parker im letzten Jahr die Synthesizer überhand genommen haben, schafft es Kramer eine gute Balance zu finden. Die Songs sind ausgewogen und doch abwechslungsreich.

Walk In The Park‚ ist eine lockerleichte Hommage ans Spazierengehen. Egal, was so kommt, ein Gang durch den Park wird es schon wieder richten. Der perfekte Ohrwurm hierfür ist auch schon gefunden. Bei ‚Chamber‚ ist die Rhythmusgruppe der heimliche Star. Hier bleibt kein Kopf ungenickt. Die helle Stimme Kramers, wieder eine Gemeinsamkeit mit dem Tame Impala Mastermind, wird von sanft flirrenden Synths unterstützt. Vergleiche zu Dreampop-Veteranen wie Washed Out sind da nicht weit hergeholt. Auch der vorletzte Song ‚Morning Light‚ bewahrt sich diese Leichtigkeit und ist trotz seiner eher ruhigen Stimmung ein Hit. Insgesamt besteht dieses schlüssige Debütalbum eigentlich nur aus Hits, die perfekt in den Sommer passen. Der Closer ‚True Love‚ ist vielleicht das einzige Stück, dass man als Ballade bezeichnen kann. Aber auch hier wird die sonnige Atmosphäre nicht gebrochen. Anstatt in irgendwelchen kitschigen Metaphern zu versinken, beendet Kramer das Album auf eine nachdenkliche Art und Weise. Was macht die Liebe mit einem? Was ist wahre Liebe? Bei dem beeindruckenden Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten Kramers Musik kann man schnell die ebenso hohe Qualität der Texte überhören.

‚Concrete Vision‘ überzeugt in jeder Disziplin. Kein Lied sticht negativ hervor. Dennoch gibt es Abwechslung. Das einzige, was man diesem grandiosen Werk ankreiden könnte, ist die viel zu kurze Spielzeit von nur 35 Minuten. Hoffen wir, dass sich Kramer nach der Festivalsaison wieder in sein Schlafzimmer zurückzieht und die nächsten Meisterwerke nicht lange auf sich warten lassen.

5von5

Still Parade – Concrete Vision
VÖ: 10. Juni 2016, Heist Or Hit
www.facebook.com/stillparade
https://soundcloud.com/stillparade

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