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Veröffentlicht am 2.11.2016 | von Sophia Sailer

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PALACE – So Long Forever

Palace - So Long Forever CD-Kritik

I’m runing out of time
Eventually they will both be fine
But father’s wept and my mother’s crying
I am the middel man and my strength is trying
For the best for them, I’ll be straight up
Praying
Nothing left now except connections failing

(Palace – It’s Over)

2014 wurden sie vom NME als die „rising stars“ des Jahres bezeichnet. Nach nur einem Auftritt, entschied sich Jamie T dafür, die Band in sein Vorprogramm aufzunehmen – das alles mit nur einer EP im Gepäck. Gute Aussichten für die vierköpfige Band, die sich schlicht Palace taufte. Mit So Long Forever veröffentlichen sie nun ihr erstes Album; heiß erwartet nach nun zwei Jahren, die seit der hoch gelobten EP ins Land gegangen sind. Sie machen einen gemütlichen Sound, der Menschen nicht wirklich zum Tanzen bringt, vielmehr lässt er die Zuschauer mit großen Augen und geöffneten Mündern zurück, so die Band. Mit einem Hang zum Blues, mal atmosphärisch, mal dahin treibend und trotzdem in feine Höhen wie Falsett, Gitarren oder Chöre gipfelnd. Man könnte sagen: Palace klingen ziemlich britisch. Sie selbst treffen es mit „Alternative Blues Space Rock“ allerdings auch nicht schlecht.

Die Vorliebe für Melancholie und nachdenkliche Texte haben Will Rhodes, Leo Wyndham, Matt Hodges und Rupert Turner bereits zuvor Kund getan – dem entkommt auch das Debüt nicht. Und dennoch besitzen sie das Feingefühl, süße Melancholie nie in inszenierte Tragik oder klebrigen Kitsch kippen zu lassen. Vielmehr haben Lieder wie Live Well und It’s Over etwas tröstliches, trotz der Lyrics, die sich wie so oft um das Auseinanderbrechen zwischenmenschlicher Beziehungen drehen. Scheinbar braucht es nicht viel, um einen so erwachsenen, reifen Sound zu machen. Federleicht, schon fast simpel wirken Fire In The Sky und Family – nichts ist unnötig oder überladen, alles hat seinen Platz. Eine Tatsache, die So Long Forever zu einem gänzlich unaufdringlichen Album macht, das mehr als einen Durchlauf benötigt, um die vielen schönen Einzelheiten zu Tage zu bringen.

Ihr merkt es schon: Mit den Vorschusslorbeeren lag man bei Palace richtig, den Lobeshymnen der internationalen Musikpresse können wir uns nur anschließen. Bis also der nächste Sommer die Farbe zurück in die grauen Städte Deutschlands bringt, verkriechen wir uns mit Tee und Palace ins Bett. Und hoffen auf die nächsten Festivals, die die Band hoffentlich hierher bringen werden.

4von5

Palace – So Long Forever
VÖ: 04. November 2016, Fiction Records
www.wearepalace.com
www.facebook.com/wearepalace

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