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Veröffentlicht am 19.01.2017 | von Robert Heitmann

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FLO MORRISSEY & MATTHEW E. WHITE – Gentlewoman, Ruby Man

Great minds think alike – und finden sich, sofern es das Schicksal will, auch ohne einander zu suchen. So auch im Fall der britischen Singer-Songwriterin Flo Morrissey und des aus Richmond in Virginia stammenden Musikers und Produzenten Matthew E. White. Die Sterne standen wohlwollend, als White eine Review des Guardians zu seinem zweiten Studioalbum Fresh Blood aus dem Jahre 2015 las – auch Morrisseys Debüt Tomorrow Will Be Beautiful bekam eine Besprechung und gewann Whites volle Aufmerksamkeit.

Der Rest ist der glückliche Beginn einer frischen Künstlerfreundschaft: Zu Ehren der Country- & Pop-Ikone Lee Hazlewood stehen Morrissey und White in London gemeinsam auf der Bühne, um dessen Stück Some Velvet Morning zu interpretieren. Fleißig werden in den kommenden Monaten E-Mails und Gedanken ausgetauscht, bis sich der Wunsch einer weiteren Zusammenarbeit in Form einer Cover-Duett-Platte konkretisiert. Gemeinsam wird eine gewaltige Liste von Lieblingssongs gesammelt. Die Chemie stimmt auch hier, die Schnittmenge ist groß und man einigt sich schnell auf eine finale Auswahl von 10 Stücken und betitelt das Album mit Gentlewoman, Ruby Man.

Das Eröffnungsstück Look At What The Light Did stammt im Original von Kyle Field aka Little Wings und könnte Morrisseys und Whites harmonisches Zusammenspiel nicht besser darstellen. Die Lyrics sind wie gemacht für Morrisseys puren und schwerelosen Gesang, wenn sie singt: „Land and water and bird or beast, oh / Look at what the light did now / Shiny little band or golden fleece, oh / Look at what the light did now.“ Mit Elementen aus Jazz, Pop und einer verspielten Leadgitarre entfaltet sich der Song mit Matthews Hilfe zu einem fantastischen, blumigen Stück.

Unglaublich stark geht es weiter mit dem zweiten Track der Platte: Morrissey und White verleihen Frank Oceans Thinking Bout You eine ordentliche Portion Schwung mit Schlagzeug und Gitarre, ohne dabei den innewohnenden Liebesschmerz des Songs zu überspielen. Das Wechselspiel von Whites tiefer, warmer Stimme und Morrisseys schwebenden Sopran wird mit Lyrics wie „Got a beach house I could sell you in Idaho / Since I think I don’t love you, I thought you were cute, that’s why I kissed you“ zu einer lebhaften Break-Up-Konversation.

Für das Cover zu James Blakes The Color in Anything begibt sich White in den Hintergrund und überlässt Morrissey Vortritt: Es ist, als wenn man in einer 60s-Loungebar Platz nimmt, um dieser traurigen, langsam schwindenden Lovestory zu lauschen. Morrisseys Charme und Gesang sind hier so großartig, dass man sich nach knapp drei Minuten eine Träne weg wischen muss.

Mit weiteren Interpretationen von The Velvet Underground (Sunday Morning), Charlotte Gainsbourg (Heaven Can Wait) und Leonard Cohen (Suzanne) wird Gentlewoman, Ruby Man zum Beleg einer ehrlichen und leidenschaftlichen Freundschaft.

Flo Morrissey & Matthew E. White – Gentlewoman, Ruby Man
VÖ: 13. Januar 2017, Glassnote
www.facebook.com/FloMorrissey
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