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Veröffentlicht am 22.02.2017 | von Sophia Sailer

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ALPINES – Another River

It’s heaven
You want this
I need you
I promise
Celestial
When you hold me
It’s perfectly
Unfolding

(Alpines – Stay)

Ist das Regen, ein Meeresrauschen oder doch Another River, das da am Anfang des zweiten Albums von dem Duo Alpines anrauscht? Egal. Jegliches Gewässer wird nämlich nach wenigen Sekunden von der glasklaren Stimme Catherine Pocksons weggespült. Gepaart mit puristischen musikalischen Elementen und Herzschmerz par excellence basteln Pockson und Bob Matthews sprühenden Bombast, der stilistisch beinahe nahtlos an das Debüt Oasis (2014) anknüpft. Es heißt – Überraschung – Another River.

Die Knittern wurden glattgebügelt, Falten gänzlich aus dem Gewebe verbannt. Menschliche Schwäche demonstriert nur noch Pocksons Stimme, die zittert, streichelt, verzweifelt und zwar mit dem Gefüge aus perfekt pointiertem, fehlerlos produziertem Pop bricht, der dennoch nie die Spur verlässt. Vergleiche mit Jessie Ware und Banks fallen häufig, ich möchte noch SOHN und Låpsley in den Raum werfen. Elektronisch also in jedem Fall, soulig meistens, immer wieder mit RnB-Elementen und beständige, basslastige Dramturgie sind die Eckpfeiler, an denen sich das Duo orientiert.

Gerade in der zweiten Hälfte des Albums geht das Schema auf: How It Hurts, Love and Money und das abschließende Under the Sun lassen einen nochmal aufhören, nachdem man schon geglaubt hat, man hätte das System der Musiker durchstiegen. Da verzeiht man ihnen auch Eintönigkeit hinsichtlich der Texte, die immer um das selbe kreisen: Die Liebe. In jeder erdenkbaren Form. Das funktioniert beim gleichnamigen Opener und macht im eklektischen Completely Sinn – aber in Stay schießen Pockson und Matthews samt allzu dramatischer musikalischer Untermalung dann vielleicht doch übers Ziel hinaus. „Cause nobody makes me feel the way you make me feel/ Cause nobody makes me heal the way you make me heal/ Stay.“ Naja.

Letzten Endes bleibt es jedoch ein Pop-Album, das rund ist, trotz seine Tiefen, oder eher wegen seiner Höhen. Wer ein bisschen in Herzschmerz ertrinken möchte, der ist mit Another River sicherlich bedient, selbst wenn die Sängerin im Song anderes prognostiziert.

Alpines – Another River
VÖ: 27. Januar 2017, Humming Records
www.facebook.com/alpinesmusic

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