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Veröffentlicht am 1.02.2017 | von Janina Sommerlad

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CHARLIE CUNNINGHAM – Lines

More than a lie
More than I
If not here another time, then you lie
Poist in the star
Is a bed of your heart
I’m not here to pick a fight
But we can if you like

(Charlie Cunningham – An Opening)

Mit seinem Debütalbum Lines liefert Charlie Cunningham Balsam für die Seele und führt mit authentischen-reduzierten Klängen in seinen ganz eigenen friedlichen und erholsamen Mikrokosmos. Offline und unerreichbar – so sollte man dort verweilen, um dem Zusammenspiel aus modernem, britischen Folk und rhythmischem Flamenco die Aufmerksamkeit zu geben, die es benötigt.

Eröffnet wird das Album mit der ersten Single An Opening, das gleichzeitig auch als Erstes für Lines geschrieben wurde. Charlie‘s ruhige Stimme und die behutsam gezupften Saiten seiner Nylon (siehe Interview) treffen hier auf zurückhaltende Trompetentöne und unerwarteten Synthy-Sound, der das Stück zeitweise in elektronische Sphären entführt. Was sich musikalisch als sanfter Einstieg bezeichnen lässt, spiegelt sich so auch in den Lyrics wider: “To see the whole thing is an opening, a glimpse into the world you would’t find…”

Vom Anspruch diese Welt doch zu finden, geht es weiter mit Born, bei dem die Flamenco Gitarre im Mix mit einem lebhaften Beat mitreißende und berauschende Augenblicke beschert. Atmosphärisch und echoartig wird es sowohl im Titelsong Lines als auch in Answers, bei dem der zügige (Sprech)-Gesang des Briten für eine etwas rauere Stimmung sorgt. Während I Can Be, How Much oder das instrumentale Molino eher träge erscheinen, so schenken die bereits auf Singles oder EPs erschienenen Songs Breather und Lights Off (ebenfalls Minimum und While You Are Young) vertraute Momente. Vertrautheit die sich auf Lines auf einem schmalen Grat zwischen “überflüssigem Füllmaterial” und “notwendigem Vollkommenheitselement” befindet.

Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus Beidem. Lines könnte durchaus mehr neue Stücke vertragen, wäre aber wohl ohne die bekannten und eingängigen Titel nur halb so stimmig. Wie auch immer, am Ende kommt es natürlich auf den Hörer und seine Erfahrung und Sammlung an. Fakt ist jedenfalls, dreißig Minuten im Charlie Cunningham-Mood haben etwas Befreiendes. Diese leidenschaftliche Musik, kombiniert mit klarem Gesang, klassischen und modernen Folk-Akzenten sowie tiefsinnigen Texten, kommt eben ganz nah…wenn man sie lässt. Wenn nicht besteht die Gefahr, dass sie als schönes Gedudel im Hintergrund verpufft.

Charlie Cunningham – Lines
VÖ: 27. Februar 2017, Dumont Dumont
www.charliecunninghamlive.com
www.facebook.com/charliecunninghammusic

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