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Veröffentlicht am 16.08.2017 | von Christian Weining

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FIRST BREATH AFTER COMA – Drifter

It’s tight in here
Look for a way
Over your head
Cosmic rain

You’re falling into
Trail for the lost to get there
Gold morning days

(First Breath After Coma – Gold Morning Days)

Seit einigen Jahren gibt es im europäischen Ausland neben den ewigen Klassikern immer mehr neue Places-To-Be. Während es im Nordosten das Baltikum ist, ist es im Südwesten Portugal. Kein Wunder, denkt man sich, wenn man Drifter von First Breath After Coma hört, die in dieser Tage erschienen ist.

Was mit einem eher nichtssagenden Intro beginnt, entwickelt sich über die Zeit von elf Stücken zu einem umfangreichen Shoegaze-Werk, das eine jede Plattensammlung bereichert. Allgemein sind es vor allem hymnenartige Arrangements, die den fünf Portugiesen ihren Charme verleihen. Da hört man schwer zu fassende Klänge aus Gitarren, Gesang und Synthesizern, so wie auch mal Bläsern oder elektronische Sounddesigns. Das Ganze dann mit einem Unterboden aus tragenden, aber unaufdringlichen Beats und dazu Hall, ganz viel Hall.

Innerhalb dieses Spektrums gibt es Stücke, die eher poppiger anklingen, wie Blup oder das bezaubernde Gold Morning Days, das seinem Titel absolut gerecht wird. Genau so gibt es aber auch eher atmosphärische Stücke, die nicht nach strenger Struktur funktionieren, sondern eher Räume einnehmen, die mit Schwere und Tiefe gefüllt werden, wie Umbrae (ft. Noiserv).
Generell, auch wenn das Album deutlich nicht lo-fi produziert ist, schwingt meist ein geringes Gefühl von leichter „Amateurhaftigkeit“ mit. Das liegt vielleicht an der eher brüchigen, aber schönen Stimme des Sängers oder aber auch am Sound des Schlagzeugs, der wirklich ein bisschen nach Lo-Fi klingt, oder aber einfach daran, dass nicht wirklich viel Budget für die Produktion da war. Aber wie auch immer, ist der Sound deswegen noch sympathischer und die Magie ihrer Kompositionen, kann sich noch besser entfalten.

Warmly, das fast den Schluss des Albums macht ist auch noch einmal besonders erwähnenswert, mit seinem elektronischen Beat und dem klangexperimentellen Ansatz, der den sphärischen Gesang hier sehr in den Hintergrund stellt.

First Breath After Coma präsentieren sich erneut zwischen Indie und Ambient, mit vielen Wendungen und Experimenten, während das Gesamtbild des Albums ganz klar in der Galaxy von Epik und Hymne liegt. Laut und leise aber immer intensiv. Wer sich also gern von Portugiesen in den Genuss einer kosmischen Musikerfahrung katapultieren lassen will, der kann dies mit Drifter tun und so die ersten Atemzüge nach dem Koma atmen.

First Breath After Koma – Drifter
VÖ: 4. August 2017, popup records
www.facebook.com/firstbreathaftercoma12

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