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Veröffentlicht am 31.08.2017 | von Christian Weining

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WE INVENTED PARIS – Catastrophe

Floating off the surface
No more world to come back down
And we flew, pass the history
Can’t ignore chemistry

If the day should ever come
When all these things will come undone
Now we’re looking over our shoulders
Brush the rust off our backs”

(We Invented Paris – Looking Back)

Manchmal braucht es eine ausgiebige Pause, um durchzuatmen und wieder neue Inspiration zu sammeln. Das dachte sich auch Flavian Graber vom Künstlerkollektiv We Invented Paris, der nach zweijähriger Pause nun mit dem dritten We Invented Paris Album zurück ist. Catastrophe heißt die Platte, die beim eigenen Label Spectacular Spectacular erschienen ist.

Und wie das so oft ist, wenn man länger pausiert, wird auch hier Altes über den Haufen geworfen und sich zu neuen Ufern begeben. So kann man auf diesem Album kaum noch Elemente finden, die an die ersten beiden Alben erinnern. Wo Folk-Pop mit Akustikgitarren sonst Trumpf waren, wird jetzt elektronisch gearbeitet mit Drumcomputer und Keytar. Dabei gehen die oft so charmanten Songwriter-Stücke komplett verloren und werden gegen tanzbaren Elektro-Pop im Retro Gewand getauscht. Was bleibt sind der markante Gesang von Graber und der zweitweise Wechsel von Englisch zu Französisch.

Innerhalb des neuen Sounds springt das Baseler Kollektiv zwischen Elektro-Pop Hymnen wie Looking Back, elektronischem Retro-Sound mit Touriste oder auch rockigeren Songs, wie bei Air Raid Shelter hin und her. Letzteres hat einiges von Placebo, was nicht nur durch die Stimme kommt und über das gesamte Album immer wieder mitschwingt. Weniger tanzbar und atmosphärischer wird es zum Ende des Albums mit A Lake In The Morning und When Did I Stop, die im Kontrast zum Beginn guttun und gut ins Ohr gehen.

Allgemein ist das Album jedoch nicht abwechslungsreich genug und die fast immer gleiche Stimmung mit den Synthie Melodien fühlt sich schon nach kurzer Zeit repetitiv an. Hätte man auch dem alten Ich von We Invented Paris einen Platz gegeben, hätte man sicher ein interessanteres Werk schaffen können. So jedoch bleibt die große Begeisterung aus.

Positiv fällt die inhaltliche Komponente auf, die von Katastrophen, deren Folgen und Superhelden erzählt. Das ist tatsächlich mal etwas Anderes als Herzschmerz oder Großstadt-Feeling und gibt einen Appell ab ans Einmischen in die tägliche Gesellschaft, um noch größere Katastrophen zu verhindern. Schade, dass musikalisch dafür etwas zu wenig geht.

We Invented Paris waren schon immer dafür bekannt, ein bisschen außerhalb des Gewöhnlichen zu agieren. Das machen sie auch diesmal vor allem durch den starken Retro-Aspekt. Doch genau so schwierig ist es dafür sich mit diesem Album so richtig anzufreunden. Dafür fehlt das gewisse Etwas. Schön ist es trotzdem, endlich wieder was von dem sympathischen Baseler und seiner Crew zu hören und vielleicht begeistern Sie mit der nächsten Platte wieder mehr. Ein kleiner Plus-Punkt muss allerdings noch an die Videos zu Looking Back, Kaleidoscope und Fuss vergeben werden, in denen die Retro-Schiene auf humorvolle, aber auch ästhetisch wertvolle Art vollendet wird.

We Invented Paris – Catastrophe
VÖ: 25. August 2017, Spectacular Spectacular
www.weinventedparis.com
www.facebook.com/weinventedparis

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