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Veröffentlicht am 30.10.2017 | von Eva-Marie

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MOSES SUMNEY – Aromanticism


Foto-© Ibra Ake

Hollow one
With inverted tongue
From whence does fulfillment come?

When I expel
From this mortal shell
Will I die for living numb?

Am I vital
If my heart is idle
Am I doomed?

(Moses Sumney – Doomed)

Neo Soul, Soul Folk oder aber R’n’B. Das sind alles Dinge, die man Moses Sumney zuschreibt, seitdem er vor drei Jahren das erste Mal auf der Bildfläche auftauchte. Von Anfang an war es irgendwie nebulös, aber dennoch eindrücklich. Seine Musik umgab etwas geisterhaftes und die Konzerte waren schnell die, auf die alle aus der Musikkritiker-Bubble gehen wollten. Ist es das; das nächste große Ding? Es folgte ein stoischer Weg, auf dem er in all seiner Gelassenheit Menschen mitnahm und überzeugte.

Auf Aromanticism steigt er ein mit einem Chor und man fragt sich, warum jetzt ausgerechnet das alle future music nennen. Wesentlich klarer wird das im Verlaufe der Platte. Don’t Bother Calling hangelt sich an dem einfachen Riff einer Akustikgitarre entlang, gewinnt aber an Komplexität durch die unglaubliche stimmliche Facette Sumneys. Der Gesang hat etwas Widersprüchliches in sich. Er ist zart und doch bestimmend, verzweifelt und voller Zuversicht. Auch Plastic lebt von diesen Spannungsfeld und ergibt sich in ein jazziges Intermezzo, als wäre der Song aus der Zeit gefallen.

Immer wieder tasten sich die Gesänge langsam voran und werden dann in ein seltsam rhythmisches Gerüst aufgenommen. Bei Quarrel kommen so viele Sounds und Samples zusammen, dass alles ein wenig verschwimmt und dem Zuhörer nichts anderen übrig bleibt, als an Sumneys Lippen zu hängen. Allen voran sind da die Songs Lonely World und Indulge Me, die sich in ihrer Eindringlichkeit fast unangenehm intim anfühlen.

Von future music sprechen wohl so viele, weil Sumney zum einen viele verschiedene Spielarten miteinander mischt und zum anderen genau weiß, wann er was für sich sprechen lassen muss – wann das Schlagzeug ausbrechen darf zum Beispiel, wenn der Gesang noch ein bisschen höher sein muss und wann die Wiederholung sein Begehren so sehr unterstreicht, dass es fast wehtut. So wird aus Lonely World sogar irgendwann eine 70s-Disco-Nummer, weil der Refrain sich immer weiter hysterisch hochschraubt. Es ist als gäbe es verschiedene Eskalationstufen, die er mit jedem Song neu erklimmt. Die Platte ist daher keine leichte Kost, da sie die Aufmerksamkeit immer wieder einfordert und auf die Probe stellt.

Moses Sumney – Aromanticism
VÖ: 22. September 2017, Jagjaguwar
www.mosessumney.com
www.facebook.com/mosessumney

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