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Veröffentlicht am 4.10.2017 | von Sophia Sailer

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MOUNT KIMBIE – Love What Survives

Here’s another thing
That threw up in my mind like a razor blade and her wrist locked
In a closet of Deep Space Nine
Deposit for a wasted life
I lost it with a sweepstakes sigh on another fucking fight
A junkie in a queue fort he lavatory line
That’s another lost sight

(Mount Kimbie – Blue Train Lines feat. King Krule)

Mount Kimbie veröffentlichen nach sieben Jahren Bandgeschichte ihr drittes Album. Es trägt den Namen Love What Survives, was zugleich das Motto der Band zu sein scheint: Gewohnte Schemata, die Erfolg verprechen, werden über den Haufen geworfen. Was sich früher Post-Dubstep schimpfe, ist heute deutlich poppiger, softer und klingt häufig gänzlich unelektronisch. Eine nicht ganz unerwartete Entwicklung für die Musiker Dominic Maker und Kai Campos, die den Reiz schon immer in ungewöhnlichen Genrebrüchen innerhalb der elektronischen Musik fanden. Bleiben durfte ein Sound, der von Vintage Synthesizern geprägt ist und durch Gastauftritte verschiedenster KünstlerInnen erst so richtig auflebt.

Und davon gibt es auf dem Langspieler so einige. Nicht nur Lieblingsneuling Archy Marshall begleiten das Duo, auch alte Hasen wie James Blake sind mit von der Partie. Ebenfalls mit dabei: Die vielleicht weniger bekannten, aber nicht geringer begabten Micachu und Andrea Balency. Sie geben wunderbare Paare ab, selbst wenn das nicht nur zu einem etwas inkohärenten Sound des Albums führt. Außerdem verhält es sich nämlich leider so, dass die Stimmen Campos und Makers Sounds die Show stehlen. Die Songs ohne gesangliche Begleitung funktionieren an sich super, allerdings rutschen sie zwischen derart markanten Musikern wie King Krule mehr und mehr in die Statistenrolle ab. Aber das ändert nichts daran, dass sich hinter den Titeln Blue Train Lines und How We Got By wahre Schmuckstücke verstecken, die gerne rauf und runter laufen dürfen. Und auch rein instrumentale Stücke wie SP12 Beat sind nicht zu verachten.

Trotzdem gibt es ein funktionierendes und vor allem nicht langweilig werdendes Gesamtbild ab, selbst wenn einen ab und an das Gefühl beschleicht, dass die beiden zwar beschlossen haben, dass sie nichts mehr so wie früher machen wollen, sich aber auch nicht entscheiden konnten, in welche Richtung es stattdessen gehen soll. Aber das sei ihnen an dieser Stelle einmal verziehen.

Mount Kimbie – Love What Survives
VÖ: 8. September 2017, Warp Records
www.mountkimbie.com
www.facebook.com/mountkimbie

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