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Veröffentlicht am 7.12.2017 | von Christian Weining

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WOODEN ARMS – Trick Of The Light

In kindred silence
The forest suffocates the path
Climb darkling chasms
To dawn at last 

She falls down the mountain
Down the mountain when she comes
And down down sinking
She pulls the sun

(Wooden Arms – Cole Porter)

Mit Trick Of The Light haben Wooden Arms jüngst ihr zweites Album herausgebracht. Nachdem das Debüt Tide recht viel Beachtung fand, alleinschon weil dieses sehr flexible Klassik-Folk-Songwriter Gemisch durchaus etwas Besonderes darstellte, sind die Erwartungen nun überall hoch. Wer mit Sigur Rós verglichen wird, dem wird es für die Zukunft natürlich auch nicht leichtgemacht.

Innerhalb der Band einigte man sich darauf das Songwriting auf mehrere Mitglieder aufzuteilen. So komponieren wild zwischen Cello, Beats und Gitarren neben Alex Carson nun auch Jeff Smith und Alex Mackenzie mit. Die Gefühlswelt, die auf Tide noch wesentlich mehr durch „klassische“ Streichersätze erzeugt wurde, wird nun auch durch Beats, spacigen Gesang und poppigere Harmonien und Strukturen heraufbeschworen. Damit öffnen sie sich sicherlich etwas mehr der Masse, beißen sich aber auch ein Stück von ihrer Originalität ab. Stücke wie Restless oder Brevity spiegeln dies ganz gut wieder. Da ist zu viel was regelmäßig von allen anderen ebenfalls durchgekaut wird. Ein leicht überstrapaziertes Violinen-Solo kann dann auch nicht mehr alles gut machen. Wo die Weiterentwicklung hingegen sehr gut zum Tragen kommt und der Vergleich als britische Version von Sigur Rós wieder Gehalt bekommt ist neben Encrypted und Burial, u.a. der Song Cole Porter: Mehrstimmige Vocals à la alt-j vermischen sich hier mit elektronischen Beats, Streichern und Samples, während in kleinen Pausen die Solo-Violine grade so bestechlich und gleichzeitig dezent daherkommt, wie sie es an anderen Stellen gegenteilig tut.

Und so pendelt sich das Album zwischen starken Momenten der Innovation, herrlichen Ruhepausen und Gefühlswelten zwischen Schatten und Licht und auf der anderen Seite banalen und kitschigen Durststrecken ein, bei der die schönen Stimmen und die hohe Qualität der einzelnen Musiker und Musikerinnen der Band nicht ganz zum Tragen kommt.

Vielleicht hätten Wooden Arms ganz bewusst doch nicht ihr „first full length“ Werk veröffentlichen sollen, sondern eine halb so große Auswahl. Man kann den weniger spektakulären Songs nicht absprechen, dass sie schön sind, das ist keine Frage, doch schön sind sie alle, wenn man gut ist und gut ist die fünfköpfige Truppe aus dem Vereinigten Königreich allemal. Was jedoch wirklich schade ist: Da hätte mehr gehen können.

Wooden Arms – Trick Of The Light
VÖ: 06. Oktober 2017, Butterfly Collectors
www.woodenarms.co.uk
www.facebook.com/Woodenarmsband

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