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Veröffentlicht am 5.03.2018 | von Eva-Marie

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THE BREEDERS – All Nerve


Foto-© Marisa Gesualdi

I wanna see you
Especially you
You don’t know how much I miss you
Ha, ha. I may be high, I may hide and run out at you
You don’t know how much I miss you

I won’t stop
I’ll run ya down
I won’t stop
I will run ya down
I’m all nerve
I’m all nerve

(The Breeders – All Nerve)

Kim Deal, Kelley Deal, Josephine Wiggs und Jim Macpherson – genau das war das Breeders Band-Line-Up bei der legendären Last Splash-Platte. Und wer Last Splash hört, hat die Bassline von Cannonball im Ohr. Genau davon haben sich die Breeders auch nicht weit weg bewegt, sondern haben es sich irgendwo Mitte der Neunziger gemütlich gemacht. Trotz der deutlichen Referenzen an ihr legendäres Album wirken diese nicht erzwungen oder auf Teufel komm raus forciert.

Wait In The Car war die erste Single des Albums. Sie begrüßt uns mit einem frenetischen „Good Morning“, um dann in einem krachig tiefen Sound zu versinken, der durch die Gesangsharmonien zusammen gehalten wird. Ja Guten Morgen, die Breeders sind wieder da. Ein Glück! Darauf folgt der Titelsong All Nerve, der sich durch seine zurückhaltend schöne Gitarrenmelodie auszeichnet, die erst am Ende zu Kim Deals „I won’t stop, I will run you down“ ausbricht.

Spacewoman bündelt die Stärken dieser Band. Erst strahlt der Song eine vermeintliche Ruhe aus, die sich dann immer wieder aufbäumt, als würde man von seinen Gefühlen überwältigt werden. Der Gesang zaghaft und doch voller Trotz ergibt sich in den lose verwobenen Sound und so entsteht ein emotionale Wucht, wie sie nur wenige Bands mit so wenig Mitteln erzeugen können. Howl At The Summit hält dann insofern eine kleine Überraschung bereit, weil da die Backing Vocals von niemand geringeren als Courtney Barnett und ihrer Band übernommen wurden. Ein schönes, aber ehrlich gesagt, klanglich nicht weiter auffälliges Detail. Wichtiger daran ist die Verbindung der Musikerinnen, denn wo sonst könnte sich Barnett so eine Würdigung abholen und wie könnten die Breeders sonst besser beweisen, wie viel Gefühl sie (immer noch) für Musik haben.

The Breeders haben mit All Nerve dick und fett unterstrichen, warum sie eine Kultband sind. Sie haben nichts an ihrer Intensität und ihren beispiellosen Melodien verloren. An dieser Stelle soll da vor allem noch auf das ungezügelte Archangel’s Thunderbird hingewiesen werden oder das bedächtige Dawn: Making an Effort. Der Spannungsbogen erstreckt sich weit über die Gefühlswelt, über persönliche Dramen und Erfolge und hält ein ganz wunderbares Album zusammen.

The Breeders – All Nerve
VÖ: 02. März 2018, 4AD
www.thebreedersmusic.com
www.facebook.com/thebreeders

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