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Veröffentlicht am 18.05.2018 | von Susan

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SCOTT MATTHEW – Ode To Others

Scott Matthew - Ode To Others Cover

Foto-© Steve Gullick

 

This is an assault against love
Still no one helps, they just pray above
And I wish I could help
I wish I could have helped

(Scott Matthew – The Wish)

Wenn man ein großes Herz hat, entschließt man sich entweder dazu einer gemeinnützigen Tätigkeit nachzugehen, oder man wird wie Scott Matthew einfach Musiker und versorgt die gesamte Menschheit, oder zumindest einen Teil davon, mit wohltuenden Lyrics, die das Leben manch einmal ein klein wenig besser machen können.

Ganz nach diesem Prinzip und mit Hilfe seines neuen Albums Ode To Others, das am 20. April erschien, stellt er dieses Mal eine Art Aufbruch nach – einen, der sich nicht mit der romantischen Liebe und den Enttäuschungen zufrieden gibt, sondern der einen Neuanfang fordert. Dabei geht es um Menschen, die ihm selbst sehr nahe stehen. Diese muss er nicht selbst kennen, doch schlägt er mit seinen Songs kunstvoll eine Brücke zu vermeintlich Fremden, deren Geschichten er ergreifend findet.
Schon im Opener End Of Days hat es sich der Wahl-New-Yorker zum Ziel gesetzt die aktuelle U.S. Politik zu kritisieren und damit auf die Missstände hinzuweisen, die diese mit sich bringt. Was ihn dabei von anderen Musikern unterscheidet ist die charmante Art, in die er so ein ernstes Thema zu verflechten vermag – ignoriert man den Text, könnte man sich gedanklich auch in einer romantischen Liebesgeschichte wiederfinden. Und wie ein Regenbogen, der sich nach einem langen regnerischen Tag zu erkennen gibt, geht es dann auch gleich genauso bewegend weiter. In dem Song The Wish hat seine Stimme zwar wieder etwas sehr beruhigendes, doch auch hier öffnen die Lyrics die Augen. Der Song handelt von den 49 Todesopfern von Orlando, die am 12. Juni 2016 von einem Attentäter erschossen wurden. Er verarbeitet damit das Gefühl der völligen Ohnmacht, die eine solch grauenhafte Tat mit sich bringt; seine Sicht bleibt dabei bei den Opfern, er liebt und leidet gleichermaßen mit den Betroffenen und drückt seine Empathie für die Hinterbliebenen dabei auf eine so wunderbare Art und Weise aus.

Mit einer Mischung aus Liebe und Enttäuschung widmet er sich in Where I Come from der Suche nach dem Gefühl von Heimat. Dabei treibt den gebürtigen Australier die Frage um, wohin die Reise gehen wird und woher man nun eigentlich wirklich kommt. Und selbst die drei platzierten Coversongs, aber insbesondere Do You Really Want to Hurt Me?, stimmen einen plötzlich seltsam ergriffen. Damit hat sich der gefühlvolle Poet nur einen außergewöhnlichen Blick auf die Menschheit erschaffen, sondern gibt auch viel an eben diese zurück. Seine persönlichen Vergangenheit schenkt er dabei in Coversong Nummer 2 Flame Trees genauso viel Beachtung, wie seiner Gegenwart mit The Sidewalks Of New York, Coversong Nummer 3. Durch die lähmende Hilflosigkeit, als sein ständiger Begleiter, wird sein sechstes Soloalbum musikalisch zum vielschichtigsten seiner Werke. Und auch wenn er an der ein oder anderen Stelle den Fokus zu verlieren droht, wird uns diese Platte noch eine ganze Weile begleiten und beschäftigen.

 

Scott Matthew – Ode To Others
VÖ: 20. April 2018, Glitterhouse Records
http://www.scottmatthewmusic.com
https://www.facebook.com/scottmatthew

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