Kritik

Veröffentlicht am 20.08.2018 | von Dominik

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IM ZWEIFEL GLÜCKLICH – Filmkritik

Das Leben ist häufig eine ständige Konkurrenz, ein Hauen und Stechen und öfters als man sich wünscht auch dadurch getrübt, dass man sich mit anderen vergleicht. Gewisse Lebensabschnitte sind dafür prädestiniert, dass man ins Zweifeln kommt, ob alle Entscheidungen, die man bisher für sich getroffen hat, wirklich die richtigen waren. Manche schlagen sich speziell während der so genannten Midlife Crisis damit herum, doch an sich wartet hinter jeder Ecke ein unschöner Vergleich, der einem auf den Magen schlagen kann. So auch in der Tragikomödie Im Zweifel glücklich des US-amerikanischen Regisseurs und Drehbuchautors Mike White.

Brad (Ben Stiller) hat an sich ein glückliches Leben: er hat sich früh für das moralisch erfüllende, jedoch monetär missliche Leben als Chef einer Non-Profit-Firma entschieden, seine Frau Melanie (Jenna Fischer) ist glücklich mit ihm und auch ihr Sohn (Austin Abrams) entwickelt sich sehr gut. Alles in Butter also? Mitnichten – als Brad mit seinem Sohn aufbricht um verschiedene Colleges an der Ostküste zu besichtigen, erinnert er sich wieder an seine Zeit als junger Student, an all seine Ambitionen und auch daran, was seine damaligen Freunde aus ihrem Leben gemacht haben. Plötzlich scheint sein Leben eben nicht mehr so rosig und Brad verfällt in ein mürrisches Grübeln.

Immer wieder pendelt Ben Stiller in seiner Laufbahn zwischen Komödie und Drama, mit unterschiedlichem Erfolg. Im Zweifel glücklich gehört zu seinen schwächeren Werken, was alleine schon damit zusammenhängt, dass man sich selbst schon nicht all jenen negativen Gedanken stellen will, die sein Charakter hier mit viel Argwohn durchlebt. Geschweige denn will man die eines anderen in einem Film vorgeführt bekommen. Und wenn wäre doch zumindest ein Ausbruch wünschenswert, der neue Bewegung in die Geschichte bringt – nicht so hier. Hier folgt man über 100 Minuten, eingeschlossen mit den trüben Gedanken Brads und Stillers stoischer Mine zum öden Spiel der Handlung. Man wünscht sich ihn aufrütteln zu können, oder zumindest ihn mal ordentlich durchschütteln zu können…aber Brad bleibt dabei…das Graß der anderen ist immer grüner. Aber vielleicht will einem der Film auch einfach klar machen, dass man lieber etwas aus sich machen soll, statt Ben Stiller-Filme zu schauen?

Brad’s Status (USA 2017)
Regie: Mike White
Darsteller: Ben Stiller, Austin Abrams, Michael Sheen, Shazi Raja, Jenna Fischer, Luke Wilson
Heimkino-VÖ: 24. August 2018, Weltkino Filmverleih GmbH

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