Kritik

Veröffentlicht am 13.08.2018 | von Julius Tamm

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THE DARKEST MINDS – DIE ÜBERLEBENDEN – Filmkritik

Es gibt viele mögliche Szenarien für das Ende der Menschheit. Ein Zombievirus, eine Alieninvasion, eine Klimakatastrophe oder eben ein Mangel an Nachwuchs. Was in Children of Men durch eine Unfruchtbarkeit der Menschheit ausgelöst wird, ist in The Darkest Minds weitaus weniger subtil gelöst worden. Mit einer Mischung aus Die Tribute von Panem und Ich bin Nummer Vier bringt Regisseurin Jennifer Yuh Nelson einen Endzeitfilm für Teenager in die Kinos.

Alle Kinder in den Vereinigten Staaten sind an einem neuartigen Virus erkrankt und 98% dieser Kinder versterben. Die 2%, die es schaffen zu überleben, sind jedoch nicht mehr wie vorher. Sie alle haben Superkräfte entwickelt, die sie weder verstehen noch kontrollieren können. Vor allem der Präsident (Bradley Whitford) und seine Regierung sehen eine Bedrohung in den neuen Kräften und lassen deshalb alle Überlebenden internieren, egal ob Kind oder Teenager. Auch die zehnjährige Ruby (jung: Lidya Jewett) wird in solch ein Lager gesteckt, in denen die Kinder nach ihren Fähigkeiten sortiert werden. Grün für sehr intelligente, blau für telekinetisch begabte, gold für die Fähigkeit, Elektrizität manipulieren zu können, orange für zur Telepathie fähige und rot für tödliche Kinder. Während alle Kinder aus der grünen, blauen und goldenen Kategorie Zwangsarbeit leisten müssen, werden die orangenen und roten als Gefahr gekennzeichnet und hingerichtet. Aufgrund ihrer telepathischen Begabung, kann sich Ruby in die grüne Kategorie schmuggeln und überlebt so die Hinrichtung.

Nach sechs Jahren in Haft wird Ruby (Amandla Stenberg) als die letzte Orangene in einer Nacht und Nebel Aktion aus ihrer Haft befreit und entkommt so knapp ihrem Tod. Doch ihrer Retterin (Mandy Moore) traut sie nicht und flieht erneut, wobei sie auf eine kleine Gruppe von anderen geflohenen Kindern trifft, die sie aufnimmt. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, ein sicheres Refugium zu finden, in dem alle noch verbleibenden Kinder frei und in Harmonie leben können, ohne dass sie Angst vor der Regierung haben müssen.

Eine böse Regierung, Superkräfte, eine Teeny-Lovestory und ein Widerstandskampf klingen vertraut? Ist es auch, denn gefühlt nichts anderes bekommt das Kinopublikum seit dem Erfolg der Tribute von Panem-Reihe in den letzten Jahren en Masse zu sehen. The Darkest Minds ist hier keine kreative Ausnahme und reiht sich nur in eine endlose Schlange aus solchen Endzeit-Filmen. Vor allem eine fehlende Logik und ein Übermaß an Kitsch stellen diesen Film ins Abseits. Dass sich die ganzen Eltern in der Bevölkerung nicht wehren, dass ohne Kinder die Wirtschaft nicht nur schwächeln, sondern kollabieren würde und dass der Rest der Welt einfach zuschaut sind zu große Lücken in dieser Geschichte. Den hier stattfindenden Genozid an Kindern, der in gewissen Zügen an reale Beispiele erinnert, mit bunten Farben und einer schnulzigen Romanze zu überziehen, ist dann die Krönung des Schauspiels. Die Story von The Darkest Minds hätte durchaus funktionieren können, wäre sie nicht so infantil und plump umgesetzt worden.

The Darkest Minds (USA 2018)
Regie: Jennifer Yuh Nelson
Darsteller: Gwendoline Christie, Amandla Stenberg, Mandy Moore, Mark O’Brien
Kino-Start: 16. August 2018, Twentieth Century Fox

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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und im Moment für die Frankfurter Rundschau.



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