Kritik

Veröffentlicht am 11.09.2018 | von Dominik

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A BEAUTIFUL DAY – Filmkritik

Ich brauche noch kurz um den Film zu verarbeiten.

(Joes Mutter – A Beautiful Day)

Es gibt diese Filme bei denen man schon aufgrund der Beteiligten und der Thematik weiß, dass es schwere Kost sein wird diese zu betrachten und sie im Nachgang zu verarbeiten. A Beautiful Day ist solch ein Film und bleibt einem noch lange im Kopf – wie üblich bei Filmen mit Joaquin Phoenix und von der schottischen Regisseurin Lynne Ramsay (Ratcatcher, We Need to Talk About Kevin).

Der Kriegsveteran Joe ist kompromisslos und schleppt eine Menge belastendes Gepäck mit sich herum. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht Frauen, die dem organisierten Sexhandel zum Opfer gefallen sind, im Alleingang und mit Hammer bewaffnet zu retten und die Kinderschänder selbst zu richten. Ansonsten kümmert er sich um seine an Demenz erkrankte Mutter in einem Außenbezirk von New York. Doch sein neuster Fall bringt seine eh schon auf wackeligen Beinen stehende Realität zum Wackeln!

Die Story-Bausteine von A Beautiful Day bewegen sich zwischen düsterem Rachethriller und blutgetränktem Action-Slasher – doch Ramsay entwarf ihre Buchadaption des Werkes von Jonathan Ames vielmehr als vielschichtiges Drama, das mit dem wie immer intensivem Spiel von Joaquin Phoenix steht und fällt. Man wird mit Beginn der Handlung direkt ins Geschehen geworfen, der Charakter und die Vergangenheit des Protagonisten entfalten sich nach und nach durch schemenhaft eingeworfene Erinnerungsfetzen, die rohe Gewalt findet eher im Kopf statt, während Joe mit Hammer bewaffnet durch die Aufnahmen von Überwachungskameras schlurft. Die Stimmung bleibt immer bedrohlich, unwägbar und undurchsichtig. Letztlich bleibt hauptsächlich das Spiel von Phoenix im Kopf, während der Film trotz großer Lobeshymnen leider nicht vollständig sein Potential erschließt. Dennoch ein mutiges Werk, das unter die Haut geht.

You Were Never Really Here (FRA, USA, UK 2017)
Regie: Lynne Ramsay
Darsteller: Joaquin Phoenix, Judith Roberts, Alex Manette, Alessandro Nivola, John Doman
Heimkino-VÖ: 6. September 2018, Constantin Film

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