Kritik

Veröffentlicht am 5.10.2018 | von Dominik

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ROMAN J. ISRAEL, ESQ. – Filmkritik

Ich bin weggerannt. Nicht zum ersten Mal. Das war nicht mein erster Fehler.

(Roman J. Israel, Esq. – Roman J. Israel, Esq.)

Wenn der Regisseur und Drehbuchautor des Überraschungs-Indiehits Nightcrawler und mit Denzel Washington einer der wandelbarsten und besten Charakterdarsteller unserer Zeit gemeinsame Sache machen, kann das ja nur sehenswert werden! Umso mehr, wenn es sich inhaltlich um Moral, das amerikanische Rechtssystem, sowie Ungerechtigkeiten zwischen Weißen und Schwarzen vor dem Gesetzt geht.

Roman J. Israel ist getrieben vom Recht und von der Moral – tagtäglich verrichtet er seinen Beitrag als Anwalt, bereitet Fälle vor und kämpft für Gerechtigkeit. Als der Herzinfarkt seines Kanzleipartners ihn aber aus seinem Hinterzimmer spült, wird sein Kampf vom Schreibtisch in den Gerichtssaal und in das Leben der Angeklagten gespült. Doch seine Form von Autismus hindert ihn daran wirklich Bande mit den Richtern und seinen Mandanten zu knüpfen. Als ihm dann auch noch sein Arbeitgeber komplett wegbricht, muss er selbst Eingeständnisse machen – sein Kampf für Fälle mit sozialem Gewissen und für die Mandaten, die eben nicht das große Geld liefern können, scheint notgedrungen zu Ende zu sein. Und damit verändert er sich auch selbst – bis zu einem großen Fehler, der ihm seine komplette Karriere verbauen könnte!

Für genug innere und äußere Konflikte ist also gesorgt und teilweise wirkt der Film als hätte man sich gerade im Wirrwarr der verschiedenen Probleme verzettelt. Hier die Krankheit, dort der fehlende Job, dann der moralische Umsturz, oh und auch schnell noch Aktivisten und ihre Haltung zum Protagonisten – so richtig will das alles nicht zünden, was Roman J. Israel, Esq. keinesfalls zu einem schlechten, aber eben auch nicht zu einem wirklich guten Film macht. Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, im Mittelmaß.

Roman J. Israel, Esq. (USA 2017)
Regie: Dan Gilroy
Darsteller: Denzel Washington, Colin Farrell, Carmen Ejogo, Andrew T. Lee, Nazneen Contractor
Heimkino-VÖ: 6. September 2018, Sony Pictures Home Entertainment

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