Kritik

Veröffentlicht am 15.01.2019 | von Dominik

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GLASS – Filmkritik

Der US-amerikanische Filmregisseur, Drehbuchautor, Produzent und Schauspieler M. Night Shyamalan wird seit seinem großen Durchbruch mit The Sixth Sense daran gemessen, mitsamt überhöhter Erwartung was Spannung und Drehbuch betrifft. Schon der ein Jahr später veröffentlichte Unbreakable – Unzerbrechlich war für viele eine herbe Enttäuschung und gefühlt konnte der indisch stämmige Filmemacher erst mit seinem 2017er Film Split wieder wirklich inhaltlich an seinen Welterfolg anknüpfen. Umso überraschender, da dieser Film sich letztlich als zweiter Teil von Unbreakable und einer Trilogie entpuppte, die nun mit Glass den finalen Teil findet und der Liebe des Regisseurs zu Comics huldigt.

19 Jahre sind vergangen seitdem David Dunn (Bruce Willis) durch das gewalttätige Eingreifen des diabolischen Superhelden-Fans und Strippenziehers mit den Glassknochen, Elijah Price (Samuel L. Jackson), zu einem Helden wurde. Als „Aufseher“ durchstreift er Philadelphia um für Ordnung zu sorgen – doch diese wird nun erheblich gestört! Denn seid seiner Flucht hat Kevin Wendell Crumb (James McAvoy) die Stadt durch Entführungen, Schändungen und Ermordungen in Atem gehalten. Der Mann, der 23 verschiedene Persönlichkeiten vereint, scheint in Form des Biests übermenschliche Kräfte zu besitzen und ist ein ebenbürtiger Gegner für Dunn. Doch kaum kreuzen sich die Wege der beiden, fliegen nicht nur die Fäuste – denn Dr. Ellie Staple (Sarah Paulson) erscheint auf dem Plan und verfrachtet die beiden kurzerhand in eine psychiatrische Anstalt, in der auch schon Price seine sedierten Tage fristet. Dort versucht sie die drei davon zu überzeugen, dass ihre vermeintlichen Superhelden-Kräfte doch nur ihrer Einbildung entsprechen und sie damit vermeintlich retten.

Dass Shyamalan ein großartiger Geschichtenerzähler ist hat er genauso schon vielfach bewiesen, wie seinen Hang zu übernatürlichen Stoffen und seinem Geschick beim Zusammenfügen einzelner Bausteine. Grund genug für hohe Erwartungen, nachdem der ambitionierte Unbreakable sich irgendwie wie ein Film voller vergebener Chancen anfühlte und Split all diese in einen überraschend kraftvollen Film, getragen vom überragenden James McAvoy als wandelndes Charakter-Gewitter, wieder gut zumachen wusste? Und ja – Glass hat seine Qualitäten. Angefangen vom noch atemberaubender spielenden McAvoy, der in Sekundenbruchteilen zwischen seinen 23 Charakteren umherspringt und jeden bis in die Haarspitzen ausfüllt, dass es nur so eine Freude ist, wann immer er auf der Leinwand zu sehen ist. Ansonsten bleibt dort hauptsächlich noch die Ausstattung und die Kamera-Arbeit haften – Bruce Willis scheint ein bisschen in seiner Nebenrolle festzustecken, während Samuel L. Jackson die Hälfte des Films handlungsbedingt stillgelegt ist. Diese ist dann leider auch der Knackpunkt von Glass – Shyamalan versucht sehr viel in dieses Herzensprojekt reinzupacken, überlädt den Film aber letztlich und lässt ihn immer wieder orientierungslos umherschweifen, ohne aber auf den Punkt zu kommen, sondern verliert sich viel mehr noch in einen neuerlichen aufregenden Plot-Twist, der das Gesehene aber auch nicht mehr rettet.

Glass (USA 2019)
Regie: M. Night Shyamalan
Darsteller: Bruce Willis, James McAvoy, Samuel L. Jackson, Sarah Paulson, Anya Taylor-Joy, Charlayne Woodard, Spencer Treat Clark
Kino-Start: 17. Januar 2019, Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

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