Reviews

Veröffentlicht am 27.02.2019 | von Sara Lingstädt

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CHARLOTTE BRANDI – The Magician

Oh in the nights
I can feel it
There‘s an end to everyting
To my shy smile
Your soft hands
To our days in the cell

(Charlotte Brandi – My Days In The Cell)

Charlotte Brandi, ehemals Sängerin, Gitarristin und Keyboarderin des Indie-Duos Me and My Drummer, veröffentlicht mit The Magician ihr Solodebüt. Im September des vergangenen Jahres löste sich die Band nach acht Jahren Bandgeschichte, zwei EPs, zwei Alben und ca. 400 Shows auf. Das Solo-Debüt klingt im Vergleich zum Indie-Pop von Me and My Drummer viel mehr nach einer Storytellerin, die deutlich von Jazz und klassischem Pop beeinflusst wurde.

Auch der Einfluss von TV Noir Bands wie Enno Bunger oder Kat Frankie sind auf dem Solo Album unverkennbar. Schließlich waren Me and My Drummer 2014 unter dem Projektnamen me&katfrankie&mydrummer auf Tour in Deutschland. Verliebtsein, Schwermut, Sehnsucht verhandelt Charlotte Brandi in ihren aufwändig arrangierten und üppig instrumentierten Stücken.

Das Album The Magician hat insgesamt 11 Songs, wobei es sich lohnt zuerst die Single Two Rows anzuhören (allein das Video ist Kunst), da man hier einen sehr guten Eindruck vom Album gewinnt. Hier hört sich Brandi vielmehr nach einer Mischung aus Norah Jones und Tori Amos an, was vor allem an der melancholischen Stimme liegt.

Songs wie A Sting, der auch ein bisschen an You’re a Runner erinnert, schlagen die Brücke zu dem Indie-Pop, den Me and My Drummer so stark machte und den vor allem das (Berliner-) Konzert-Publikum so mochte: Hier klingt Charlotte Brandi viel extrovertierter als in den meisten anderen Songs von The Magician. Der sehr direkte Text handelt davon, wie einfach es im Grunde ist, durch unfaires Handeln Macht über andere zu bekommen: „Justice is a rumor/ I could go wherever I want/ With two bloody hands and my old seabag / Noone would come and stop me.“

Das neue Album aus der Feder von Charlotte Brandi eignet sich eher als Soundtrack für einen Spaziergang nach einem Theaterbesuch als für einen Roadtrip zum Indie-Festival. Es gibt da diesen prägenden Satz von Benjamin von Stuckrad-Barre: „Das Soloalbum ist immer scheiße.“ Charlotte Brandi beweist mit The Magician das dem nicht immer so ist.

Charlotte Brandi – The Magician
VÖ: 15. Februar 2019, Pias
www.charlottebrandi.com
www.facebook.com/charlottebrandimusic

Charlotte Brandi Tour:
04.04. Naumanns, Leipzig
05.04. Franz Mehlhose, Erfurt
06.04. Schon Schön, Mainz
07.04. Ampere, München
10.04. Club Stereo, Nürnberg
11.04. Nochtspeicher, Hamburg
12.04. Silent Green, Berlin
14.04. Polimagie Festival @ Beatpol, Dresden
03.05. Christuskirche, Bochum


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