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Veröffentlicht am 11.04.2019 | von Anne Beier

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SMALL FIRES – All This Noise


Foto-© Inga Seevers

Under your blanket and under your sweater hood
The strangest dream keeps recurring and if you could
You would sneak behind the stage
To find out about that cage
And the tricks they do to make it disappear
Whenever you’re awake

Just leave a light on shining down the hall
And when you leave, leave the door ajar
And please forget something so I know that you’ll come back

(Small Fires – Strangest Dream)

Small Fires haben am 29. März 2019, genau zwei Jahre nach ihrer EP One Beautiful Mess, ihr Debütalbum veröffentlicht. All This Noise macht nicht so viel Krach, wie der Name vermuten ließe, eigentlich hört es sich sogar ziemlich vertraut an. Das Hamburger Trio um den britischen Sänger Ben Galliers liefert zwölf Songs ab, in denen sich gewohnte Indie-Gitarren mit Synthesizern paaren – eine Kombination aus dem klassischen britischen Indie-Pop und dem elektronischen Sounddesign. Die Songs wurden größtenteils von der Band selbst produziert, die Texte sind erzählerisch, das Ganze klingt nahbar.

Unterstützung bekamen Small Fires von Valeska Steiner und Sonja Glass von BOY, die im Hintergrund der zweiten Single-Auskopplung Crossed Wires zu hören sind. Der Song ist einer der eingängigsten des Albums. Er erzählt von zwei Menschen und ihren Konflikten, von dem Gefühl, eng verbunden zu sein und doch auseinanderzubrechen. Auch Strangest Dream ist in seiner minimalistischen Klarheit ein Highlight der Platte. Hier überzeugen vor allem die instrumentellen Teile: Wenn sich Drumcomputer, Gitarren und Keyboard zu einer unheilvollen Klangfläche vereinen, baut sich beim Zuhören eine echte Spannung auf, die durch den Gesangspart wieder aufgenommen wird. Sängerin Alin Coen ist auf dem Stück Daresay zu hören: „I dare say we got along / If it was only for a moment, only for one song.“ Während das Album mit dem Track Backstroke mit dominantem Schlagzeug und mehrstimmigem Gesang relativ fett und ambitioniert startet, endet die Platte mit dem Titel Dance With Me Catherine augenzwinkernd und relativ lässig. Das steht der Band wesentlich besser als der teilweise etwas verkopfte Sound des Openers.

Small Fires haben ein Album vorgelegt, das ein bisschen so klingt, als hätten die 2000er in den 1980ern angerufen. Im Hintergrund erahnt man Klangflächen à la Nicolas Jaar. Es ist interessant und seltsam vertraut. Die Vielschichtigkeit des Sounds ist manchmal jedoch auch sein Verhängnis. Denn auch wenn immer neue Kombinationen gängiger Elemente aufgezeigt werden, gelingt es nicht durchgängig, das wirklich frisch und modern klingen zu lassen. Der eher minimalistische Titel Dance With Me Catherine oder das atmosphärische Strangest Dream zeigen die Stärken der Band. Es bleibt spannend, was Small Fires in Zukunft für uns bereithalten werden, denn Spaß machen die Songs allemal.

Small Fires – All This Noise
VÖ: 29. März 2019, Membran Entertainment
www.smallfires.de
www.facebook.com/listentosmallfires


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