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Veröffentlicht am 7.05.2019 | von Sara Lingstädt

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LOCAL NATIVES – Violet Street


Foto-© Jonathan Chu

When am I gonna lose you?
When am I gonna lose
Take another one if you need it
Or do you already feel it?
I felt it from the start
A gray silhouette of you dancing
A shadow play that we’re cast in
On the cabin walls

(Local Natives – When Am I Gonna Lose You)

Die kalifornische Indie-Rock-Band Local Natives hat sein viertes Studioalbum namens Violet Street veröffentlicht. Die beiden Vorab-Singles Café Amarillo und When Am I Gonna Lose You geben einen guten Eindruck zum neuen Stil der Band. Das Quintett entwickelte seinen hoffnungsvollen und energetischen Signature-Sound über drei abendfüllende Alben: Gorilla Manor (2009), Hummingbird (2013) und Sunlit Youth (2016).

In When Am I Gonna Lose You, geht es um eine perfekte Sommerromanze und die Angst davor, dass diese bald wieder zerbricht. Der Text ist poetisch, die Melodie erzeugt perfekt das Gefühl, alles sei zu schön, um wahr zu sein. Es mischen sich Glück und Melancholie, der Gesang passt zur Stimmung, und trotz gesteigerter Eingängigkeit wird mehr daraus als der typische Indie-Pop. Empfehlenswert ist auch das Video dazu mit Schauspielerin Kate Mara, das an klassische LA-Filme wie David Lynchs Mulholland Drive erinnert.

Die schwebende Leichtigkeit aus Sunlit Youth ist allerdings fast vollständig verschwunden. Nur bei Café Amarillo blitzt sie etwas durch, vor allem im eingängigen Refrain, der einen mit entspanntem Rhythmus und sanftem Gesang in die sonnenbeschienene Sphäre der Kalifornier wiegt. Shy ist ein toller Song der neuen Platte, obwohl der Sound ganz anders ist als der Titel vermuten lässt. Es beginnt mit einem schnellem Schlagzeug-Solo und Kelcey Ayers hohem Gesang. Dann übernehmen laute Bläser das Spiel und bauen sich zu einem triumphalen Finale auf, ähnlich wie bei Hits von Foals. Shy und andere Tracks wie Gulf Shores haben einen von Afro-Pop inspirierten Stil, was für die Experimentierfreude beim vierten Album spricht. Dabei erinnern Local Natives eher an Vampire Weekend oder Grizzly Bear als an klassische Folk-Bands wie Fleet Foxes.

Seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums haben sich die Bandmitglieder mit den kleinen Freuden des Lebens beschäftigt: Ehe, Reisen und Ruhm. Someday Now erinnert zum Beispiel eher an die melancholischen Wurzeln der Band, die meistens eine persönliche Ebene in ihrem Songtexte haben. Im letzten Track des Albums Tap Dancer singt Frontman Ayer mit seiner zarten Stimme „Take me back|Before I knew of artificial roses“ und man erinnert sich wieder an die folkigen melancholischen Songs vom Debütalbum Gorilla Manor. Violet Street hat viele kraftvolle Melodien und passt perfekt als Soundtrack für die ersten warmen Frühlingstage und die Vorfreude auf den Festivalsommer. Local Natives sind schließlich auch eine exzellente Liveband, daher sollte man sie nicht verpassen, wenn sie auf Tour gehen 2019.

Local Natives – Violet Street
VÖ: 26. April 2019, Loma Vista
www.thelocalnatives.com
www.facebook.com/localnatives

Local Natives Tour:
03.10. Lido, Berlin
08.10. Luxor, Köln


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