Kritik

Veröffentlicht am 17.05.2019 | von Julius Tamm

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POLAROID – Filmkritik

Die Erfindung der Fotografie war ein technologischer Meilenstein. Plötzlich konnten reelle Momente, Personen, Orte und Dinge für die Ewigkeit festgehalten werden. Doch was wäre, wenn diese Erinnerungen nicht nur ein auf Papier gedrucktes Bild wären, sondern zum Leben erwachen? Was wäre, wenn das mit sehr, sehr schlimmen Erinnerungen passieren würde? Dieser Frage nimmt sich auch Regisseur Lars Klevberg an. Wir haben uns Polaroid zum Heimkino-Release noch einmal angesehen.

Die ruhige, zurückgezogene Bird (Kathryn Prescott) ist eine begeisterte Fotografin und angehende Journalistin. Eines Tages bekommt sie von ihrem Chef aus dem Antiquitätenladen eine alte Polaroid-Kamera geschenkt, mit der sie gleich ein Foto von ihm macht. Während Bird am Abend von ihrer Freundin Kasey (Samantha Logan) auf eine Party geschleift wird und gar nicht mehr an das Foto denkt, stirbt ihr Chef in seinem Laden auf grausame Weise. Doch als die Highschool-Schülerin begreift, dass der Tod mit der Kamera zu tun hat, ist es schon zu spät. Auf der Party haben sich all ihre Freunde mit dem alten Apparat ablichten lassen und sind nun im Begriff zu sterben. Nichts scheint den Fluch aufzuhalten. Die Kamera kann nicht zerstört werden und wer den Bildern etwas antut, tut auch den Personen auf dem Fotot etwas an. Gemeinsam versuchen die Teenager, der Kamera und ihrer Geschichte auf den Grund zu gehen. Sie müssen sich beeilen, denn die Zeit spielt gegen sie.

Auf der Hülle des Films wird damit geworben, dass die gleichen Produzenten wie bei ES und Der Fluch beteiligt waren. Dass dann aber beide Filme in einen Mixer geworfen, durch ein Sieb geschüttet und das Übriggebliebene in besagtem Sieb für Polaroid benutzt wurde, war so nicht zu erwarten. Es gibt ein verfluchtes Objekt, das irgendwen zum Sterben zwingt – kreativ ist das nicht wirklich. Das merken wir als Publikum spätestens dann, als eine Beamer-Szene gezeigt wird, die wir so auch schon aus ES von 2018 kennen. Hier wurde einfach nur nachgemacht. Dieser Film hat weder eine tiefsinnige Botschaft, noch eine kreative Story mit Überraschungen oder einem Gruselfaktor. Da macht es mehr Spaß, in den Blitz einer Polaroid-Kamera zu gucken, als sich diesen Film anzusehen.

Polaroid (USA 2019)
Regie: Lars Klevberg
Darsteller: Kathryn Prescott, Tyler Young, Samantha Logan, Keenan Tracey, Kathie Stevens
Heimkino-VÖ: 17. Mai 2019, Alive


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Über den Autor

Seit 2017 Masterstudent für Medienentwicklung in Darmstadt. Schreibt für bedroomdisco, FRIZZ Darmstadt und im Moment für die Frankfurter Rundschau.



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