Reviews Madonna © Universal

Veröffentlicht am 17.06.2019 | von Lara

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MADONNA – Madame X

Madonna - Madame X Cover
Foto-© Universal Music

There’s nothin‘ you can do to me that hasn’t been done
Not bulletproof, shouldn’t have to run from a gun
River of tears ran dry, let ‚em run
No game that you can play with me, I ain’t one

‚Cause I’m goin‘ through it, yeah
I know you see the tragic in it (alright)
Just hold on to the little bit of magic in it (yeah)
I can’t break down now
I can’t take that now (I can’t take that now)
Died a thousand times
Managed to survive (I managed to survive)
I can’t break down now
I can’t take that (I can’t take that)

(Madonna – I Rise)

Queen of Pop Madonna hat ihr 14. Studioalbum Madame X veröffentlicht und spaltet wie immer die Gemüter. Manche empfehlen ihr aufzuhören (Sie ist 60, na und?), andere wiederum preisen ihre Experimentierfreudigkeit. Und ja genau: Madame X ist die beste Platte seit Hard Candy.

Viel braucht man wohl nicht über Madonna zu sagen. 1983 erschien ihr Debütalbum. Seitdem legt sie grob gesagt eine Weltkarriere hin, erreichte Poplegenden-Status und gilt als Musikheilige. Wohl keine andere Künstlerin hat sich so oft neu erfunden wie der amerikanische Superstar. Ob sexy Katholikin, cooles Countrygirl, hippe Dancefloor-Queen oder nun jetzt mysteriöse Madame X – Madonna inszeniert sich jedes Mal aufs Neue. Ihre Freizügigkeit und Wandelbarkeit provoziert natürlich auch. Schon seit Beginn ihrer Karriere musste sich die Künstlerin rechtfertigen. Ob für ihre Stimme, ihre Religionszugehörigkeit, ihr Sexleben oder ihr Alter: Die Hater lassen nie lange auf sich warten. Ja, der Eurovision Song Contest war nicht ihre beste Performance, aber das ist wohl kein Grund, abzutreten. Es würde wohl auch niemand darauf kommen, Paul McCartney oder Elton John überholt zu nennen. Ende vom Lied: Ein klassischer Fall von Sexismus. 

Madonna wäre aber nicht Madonna, wenn sie auf ihre Kritiker hören würde. Sie bleibt sich treu und macht ihr Ding. Für ihr neues Album schlüpft sie in die Rolle einer Geheimagentin, die um die Welt reist und Licht ins Dunkle bringen möchte: Madame X. Inspiration für den Albumtitel lieferte Madonnas damalige Tanzlehrerin, die sie aufgrund ihres wechselnden Aussehens Madame X nannte. Ja, scheinbar war Madonna schon mit 19 Jahren ein Chamäleon. Ihr Alter Ego spiegelt sich auch in ihrer aktuellen Musik wider. Die Künstlerin tobt sich gehörig aus auf der neuen Platte. Reggae, Latin, Dance und R’n’B mit englischen, portugiesischen und spanischen Lyrics gehören zum Repertoire. Da Madonna aktuell in Lissabon wohnt, sind einige Einflüsse aus der dort ansässigen Musikszene zu erkennen. Zum Beispiel singt Madonna zusammen mit der portugiesischen Sängerin Anitta auf dem Track Faz Gostoso abwechselnd auf Englisch und Portugiesisch. Der kolumbianische Superstar Maluma bekommt sogar zwei Tracks mit ihr. MedellÍn ist ein Cha-Cha-Cha inspiriertes Popjuwel, das perfekt zu lauen Sommernächten passt. Ven conmigo, I’ll be so good for you, haucht Madonna, während Maluma den heißen Latino gibt. Bitch I’m Loca verbindet ebenfalls Latin Vibes mit bilingualen Lyrics. Der Track ist wohl das spanische Pendant von Bitch I’m Madonna aus dem Vorgänger Rebel Heart. Eine schöne R’n’B Ballade bildet Crave feat. Swae Lee, auf dem Madonna singt: You know I just can’t change, this is how I’m made. Sie ist und bleiben eben Madonna.

Während die letzten zwei Alben auf Chartkurs getrimmt waren, wagt Madonna auf Madame X nicht nur musikalisch mehr, sondern auch textlich. God Control ist eine deutliche Abrechnung mit Trump-Amerika und Waffengewalt. Everybody knows the damn truth our nation lied, we’ve lost respect, heißt es hier, während die Disco-Beats dazu einen interessanten Kontrast bilden. Auf Future singt sie mit Rapper Quavo über Toleranz und Hoffnung, während sie sich auf Dark Ballet für Gleichberechtigung einsetzt. Letzterer ist ein etwa bizarrer Mix aus R’n’B, Klaviermusik und gesampelter Elektronik von Daft Punk. Hier war Madonna scheinbar von Jeanne D’Arc inspiriert, die sich möglicherweise mehr als Mann fühlte. Insgesamt so politisch war Madonna zuletzt auf American Life (2003), auf dem sie Bush und den Irak-Krieg damals kritisierte. Pop mit politischem Ton konnte Madonna ja schon immer gut.

Madame X ist nicht auf Hit getrimmt und das macht es so erfrischend gut. Madonna tobt sich kreativ aus und scheut nicht vor musikalischer Abwechslung. Über ihre Kritiker singt sie einfach nur treffend I rise up above it, up above it. Tja, denn: Bitch, she’s Madonna!

Madonna – Madame X
VÖ: 14. Juni, Universal Music
https://www.madonna.com
https://www.facebook.com/madonna

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